Nutzen und Grenzen der Pränataldiagnostik
Recht brisant-Thema
Pränataldiagnostik – beispielsweise Ultraschall- oder Fruchtwasseruntersuchung – kann Kinder mit einem angeborenen Herz- oder Nierenfehler retten. Für behinderte Kinder mit Down-Syndrom aber bedeutet sie meistens den Tod. Sie dürfen noch bis kurz vor der Geburt abgetrieben werden, wenn sie eine Gefahr für die psychische Gesundheit der Mutter sind, so das Gesetz.95 Prozent der Frauen nutzen diese Möglichkeit und entscheiden sich legal gegen das behinderte Kind. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unter anderem spielen eine Rolle die Unwissenheit über das Maß der Behinderung und Angst, der Wunsch nach einem den eigenen Vorstellungen entsprechenden, gesunden Kind - und die Rechtsprechung in Arzthaftungssachen.
Rechtsanwalt und Autor Dr. Oliver Tolmein, Hamburg:“Nach dem Oberlandesgericht Düsseldorf beispielsweise muss der Arzt bei der Pränataldiagnostik nicht nur darüber aufklären, dass eine Behinderung vorliegt. Er muss auch darüber aufklären, dass ein solches Kind eine große Belastung für eine Familie ist. Ärzte werden quasi von den Gerichten gezwungen, wertend zu beraten – und zwar diskriminierend zu beraten.“ Das Kind als "ersatzfähiger Schaden" Tut der Arzt das nicht, können ihn die Eltern auf Unterhalt und Schadensersatz verklagen, wenn sie geltend machen, dass sie – wären sie entsprechend aufgeklärt worden – das Kind abgetrieben hätten. Eine fragwürdige Rechtsprechung.
Professor Wolfgang Henrich, Geburtsmedizin Charité, Berlin:„Ich kenne Familien, die das dritte kranke Kind als ausgesprochenen Zugewinn empfunden haben, weil gerade die Kinder mit Trisomie 21 immer wieder beschrieben werden als sehr positiv-emotionale Kinder, warmherzige Kinder. Und von daher ist für diese Eltern eine solche Beurteilung, dass ein solches Leben nur eine schwere Belastung ist, auch ein Schlag ins Gesicht.“ Beratung und Aufklärung statt Angst und Vorurteil Die Entscheidung für oder gegen ein behindertes Kind ist keine einfache Entscheidung. Viele schwangere Frauen fühlen sich allein gelassen und auch subtil unter Druck gesetzt - es machten schließlich fast alle so. An der Charité setzt man daher auf Beratung und bringt betroffene Schwangere mit Familien in Kontakt, die ein Kind mit Down-Syndrom aufziehen. Die Ergebnisse sind positiv.
Professor Wolfgang Henrich, Geburtsmedizin Charité, Berlin: "Bis zu 30 Prozent sind es dann, die ihre Meinung ändern und sich für ihr Kind entscheiden, auch wenn es das Down-Syndrom hat.“Seit 1945 ist viel Zeit vergangen. Die Vorstellungen lebensunwerten Lebens und Euthanasie gehören der Vergangenheit an. Die Heilpädagogik hat gezeigt, dass auch Kinder mit Down-Syndrom eine Menge lernen und in die Gesellschaft integriert werden können. Es ist eine bittere Ironie des Schicksals, dass die meisten Down-Kinder aufgrund der Pränataldiagnostik die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte nicht mehr erleben. Die Erfahrungen der Charité stimmen positiv, dass dies in Zukunft anders wird.
URL dieses Artikels:http://www.3sat.de/specials/123579/index.html
Links in diesem Artikel:[1] http://www.3sat.de/specials/124010/index.html (Recht brisant, einmal im M[...]onat, mittwochs, 20.15 Uhr) [2] http://www.3sat.de/webtv/?recht_080702_rebri_behindertekinder.rm (Video: Nutzen un[...]änataldiagnostik) [3] http://www.3sat.de/webtv/?recht_080702_rebri_sendung.rm (Video: Ganze Sendung vom 2. Juli 2008) Hilfreiche Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter:[4] http://www.geburtsmedizin.de (Kliniken für Geburtsmedizin - Charité Berlin) [5] http://www.behinderte-kinder.de (Die Rechte behinderter Kinder) [6] http://www.lebenshilfe.de (Bundesvereinigung Lebenshilfe) [7] http://www.3sat.de/specials/96752/index.html (Weitere Fälle zum Thema in[...]en Recht brisant-Rubriken:) [8] http://www.3sat.de/specials/96884/index.html (Richtig vorgesorgt?) Hinweis: 3sat.online ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.
1. Juli 2008 / Rechtsanwalt Dr. Stefan Rusche für "Recht brisant“3sat.online/ug/hd / 3sat
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Mia wurde im Juli 2007 geboren. Der nach 2 Tagen geäußerte Verdacht eines Chromosomendefektes bestätigte sich nach einer Woche: Mia hat das 21. Chromosom dreimal, Trisomie 21, bekannt als Down-Syndrom. Mit diesem Blog wollten wir alle Interessierten ursprünglich einladen, an Mias Entwicklung und wie sie die Welt entdeckte, teilzunehmen.
Mia verstarb am 24.04.2008 um 22.35h -nach 7-wöchigem Krankenhaus-aufenthalt- an den Folgen einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), wahrscheinlich verursacht durch ihren angeborenen Herzfehler, ein großer ASD II. Sie wurde nur 9,5 Monate alt. Mia`s letzte Reise kann man hier direkt nachlesen.
Auch wenn Mia nicht mehr hier ist, ist sie immer in unseren Herzen. Dieses blog bleibt solange bestehen, wie wir meinen, dass es informieren und helfen kann. Viel zu viele Menschen haben ein völlig falsches oder gar kein Bild von Menschen mit Down Syndrom. Das wollen wir ändern, so wie Mia es uns gelehrt hat.
Mia verstarb am 24.04.2008 um 22.35h -nach 7-wöchigem Krankenhaus-aufenthalt- an den Folgen einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), wahrscheinlich verursacht durch ihren angeborenen Herzfehler, ein großer ASD II. Sie wurde nur 9,5 Monate alt. Mia`s letzte Reise kann man hier direkt nachlesen.
Auch wenn Mia nicht mehr hier ist, ist sie immer in unseren Herzen. Dieses blog bleibt solange bestehen, wie wir meinen, dass es informieren und helfen kann. Viel zu viele Menschen haben ein völlig falsches oder gar kein Bild von Menschen mit Down Syndrom. Das wollen wir ändern, so wie Mia es uns gelehrt hat.

I was just going to post about this very,very topic. This very,actually sad topic.I feel it is our duty,our responsibility to our children, to let the world know that before long,these precious children may not be here. An entire class of people may not be here. How sad is that?
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