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Mittwoch, 15. Juli 2015

8 Jahre alt.

Mit ein bisschen Verspätung schreibe ich nun über Deinen 8. Geburtstag, der schon am Sonntag,12.07., war - wir beschlossen allerdings, an diesem Tag nach Katwijk/ Holland zu fahren. Also packten wir unsere Sachen, den Luftballon für Dich und fuhren Sonntag morgen los. Wir kamen gegen Mittag an, und das Wetter war - naja, irgendwie war es passend. Es war wechselhaft, bewölkt, verregnet, stürmisch, aber manchmal auch mit Sonne. Wir hatten ein tolles Hotel gebucht, direkt am Boulevard und am Meer, und nachdem wir an der Fischbude erstmal Kibbeling gegessen hatten, gingen der kleine Bruder und ich bewaffnet mit Sandspielzeug zum Strand. Und natürlich zum Meer, denn mit den Gummistiefeln bewaffnet freute er sich sehr, durch das Wasser zu rennen. Allerdings war es teilweise so windig, dass der Sand echt unangenehm im Gesicht war. Zwar hatte der kleine Bruder natürlich eine Mütze auf und auch eine Sonnenbrille als Augenschutz, aber so richtig toll war es nicht. So machten wir uns langsam wieder auf den Weg zum Hotel, nach einem kurzen Zwischenstopp an diversen Spielplätzen am Strand.


Irgendwann möchte ich noch einmal Urlaub in so einem Strandhäuschen direkt am Strand Urlaub machen. Traumhaft! Ich brachte den kleinen Mann zum Hotel und ging noch einmal alleine zum Strand. Das brauchte ich einfach, weil es den ganzen Tag so drubbelig war, dass ich mich gar nicht richtig an Dich, meine kleine Wunderbare, erinnern konnte. Aber hier, inmitten des Windes und der Wellen, da waren wir uns nah. In großer Liebe und in der dazugehörigen Traurigkeit. 

Unseren mitgebrachten Luftballon konnten wir nicht mehr am Meer in den Himmel schicken, denn als wir unsere Sachen vor dem Hotel ausluden, war es so stürmisch, dass der Luftballon bei offenem Kofferraum einfach davon sauste. Wir schauten alle recht überrascht und waren ein wenig perplex. als der Luftballon in Windeseile davon flog - aber irgendwie dachte ich mir, dann sollte es wohl auch so und nicht anders sein?!

Als ich zurückkehrte war es schon fast 20h, und wir bestellten uns schnell Pizza auf unser Hotelzimmer und schauten dem Sonnenuntergang zu. Wir waren alle sehr zufrieden und schliefen auch recht gut zu dritt im Doppelbett. Morgens gönnten wir uns das schöne Hotelfrühstück mit Ausblick auf das Meer und gingen dann noch durch Katwijk, und statteten später noch Nordwijk einen Besuch ab. Und dann fuhren wir auch schon wieder zurück. Es war gut, so wie es war. 


Am Dienstag besorgte ich also noch einmal einen Luftballon, und diesmal hielten wir ihn gut fest :) Wir fuhren zum Friedhof, machten eine neue Kerze an und ließen den Luftballon in den Himmel steigen. Und der flog richtig schön hoch! Wir konnten noch sehr lange hinterherschauen. 




















Es ist schon seltsam- einerseits kann ich es mir gar nicht vorstellen, dass hier noch ein 8-jähriges Mädchen umher tollt, und gleichzeitig ist da doch das Gefühl, dass Du eben immer da bist. Dazugehörst. Manchmal sehe ich Dich auch in Gedanken vor mir. Meine Große, Du bist immer ein Teil von mir. Dein Herz trage ich immer mit mir. Es wäre eine schöne, wilde Geburtstagsparty mit lautem Kinderlachen gewesen, hier. Ich wünsche mir sehr, dass es Dir gut geht, da wo Du jetzt bist und auf uns herabschaust, ab und an. 
Wir schicken Dir alles Liebe. Und tausend Küsse. 


Mittwoch, 15. Februar 2012

Der Tod hat nicht das letzte Wort

Der Untertitel zu Band 2 der Mia-Bücher - nicht nur.

Lange habe ich überlegt, ob er hier hingehört, und gestern war es mir ganz klar - er muß auch hier sein, an diesem Ort. Denn diese beiden sind so verbunden, so verwoben - sie beide machen uns vollständig. Und er, er heilt jeden Tag unsere Wunden, setzt zusammen was zerbrochen ist, zeigt uns Hoffnung und Licht. Durch ihn ist mir bewußt geworden, in welch dunklen Tal ich war und wie hell das Licht außerhalb dieses Tals ist, und wie warm es dort sein kann.

Jeder Blick von ihm spiegelt seine Schwester, und das ist sehr traurig, und noch mehr denn je fragen wir uns, wie es wohl wäre, wenn Sie hier wäre, wie Sie wohl sein würde - mit fast fünf Jahren. Aber einher mit dieser Traurigkeit geht nun auch große Freude und Liebe, und neue Kraft-

in unserer 4-köpfigen Familie.

Julius Johannes
Mia wurde im Juli 2007 geboren. Der nach 2 Tagen geäußerte Verdacht eines Chromosomendefektes bestätigte sich nach einer Woche: Mia hat das 21. Chromosom dreimal, Trisomie 21, bekannt als Down-Syndrom. Mit diesem Blog wollten wir alle Interessierten ursprünglich einladen, an Mias Entwicklung und wie sie die Welt entdeckte, teilzunehmen.

Mia verstarb am 24.04.2008 um 22.35h -nach 7-wöchigem Krankenhaus-aufenthalt- an den Folgen einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), wahrscheinlich verursacht durch ihren angeborenen Herzfehler, ein großer ASD II. Sie wurde nur 9,5 Monate alt. Mia`s letzte Reise kann man hier direkt nachlesen.

Auch wenn Mia nicht mehr hier ist, ist sie immer in unseren Herzen. Dieses blog bleibt solange bestehen, wie wir meinen, dass es informieren und helfen kann. Viel zu viele Menschen haben ein völlig falsches oder gar kein Bild von Menschen mit Down Syndrom. Das wollen wir ändern, so wie Mia es uns gelehrt hat.

Lilypie Warten auf Adoption Ticker