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Dienstag, 30. Mai 2017

Donnerstag, 17. September 2015

Mittlerweile im zweiten Monat im Kindergarten

Der zweite Kindergartenmonat, der September, ist nun bald um, und ich glaube so langsam findet sich der kleine Prinz ein. Es war ab der dritten Woche sehr, sehr schwierig - und ich mochte das gar nicht festhalten, weil es mich selbst sehr beschäftigt hat- Ich glaube, als Julius realisierte, dass er nun immer in den Kindergarten geht, fand er es richtig blöde. Die großen Jungs und die Lautstärke bzw. Gruppenstärke haben ihm wohl richtig zu schaffen gemacht, er hatte zwischendurch richtig Angst, weil er die Kinder nicht kannte und sich nicht traute, den Erzieherinnen Bescheid zu sagen, wenn ihn jemand gehauen hatte oder anderes. Oder aber er traute sich, und sagte es dann so leise, dass es natürlich niemand hörte. Das sagte er zumindest selber so.

Zwischendurch wurde er nachts wach und schrie hysterisch "bitte bring mich nicht in den Kindergarten!!" - und schlief dann wieder ein. Einen Abend sah er ganz nachdenklich zur Zimmerdecke hoch und sinierte "Mama, ich glaube das wird nichts mit dem Kindergarten. Ich kann mich einfach nicht eingewöhnen." - ich war fassungslos, über seine Ausdrucksweise ;-) Eigentlich jeden Morgen war es ein regelrechtes Drama, er schrie schon morgens nach dem Aufstehen und bis zur Abgabe im Kindergarten. Immer wenn ich dann später anrief, sagte man mir er habe sich nach 10 Minuten sehr schnell beruhigt und alles war gut. Das kenn ich auch so, von der Tagesmutter. Dort war es ja auch so anfangs. Nun ja. Letzten Freitag war der erste Waldtag, und als ich mit Julius zum Treffpunkt kam, kamen 4 Kinder auf uns zugelaufen und riefen "Julius, Julius, da ist Julius!". Ich war erstaunt, er grinste nur verschmitzt, und ich dachte mir "dann kann es ja so schlecht nicht sein mit seinen Kontakten im Kindergarten!". Ich besprach mich noch einmal mit seiner Tagesmutter, und sie bestärkte uns aber auch noch einmal, dass wir da einfach durchmüssen. Ich habe Vertrauen in den Kindergarten und die Erzieherinnen, und versuche einfach sein Selbstbewußtsein zu stärken und den Kindergarten einfach Alltag sein zu lassen. Wir sprechen also nicht mehr andauernd darüber, sondern erzählen uns quasi nebenbei, wie unser Tag so war. Das klappt eigentlich ganz gut. Das Abgeben morgens haben wir besser im Griff, seitdem ich Julius morgens ein Herzchen auf den Arm male, und ihm sage, dass er das Herzchen ansehen soll wenn er mich vermisst - und das ich dann an ihn denke. Und, ich habe ihn gebeten, mir immer etwas mitzubringen, wenn er draussen spielt, einen kleinen Stein oder Zweig. Das macht er auch sehr fleißig, und ich glaube das ist eine gute Sache. Und natürlich muss er mir immer oben am Fenster winken, dann klappt es ganz gut mit dem Abschied.

Ansonsten hatten wir in den ersten 6 Wochen 2 fiese Erkältungen, einmal Kopfläuse und jetzt gerade Hand-Fuß-Mund-Erkrankung in der Gruppe. Das brauchten wir nicht! ;-)

Montag, 17. August 2015

So war die zweite Woche im Kindergarten!

Am Montag, den 10.10.15 starteten wir in die zweite Kindergartenwoche. Das Wochenende war irgendwie komisch, ich hatte den Eindruck Julius konnte gar nichts mit sich anfangen, wollte spielen, dann aber auch wieder nicht, wollte nur ständig Feuerwehrmann Sam schauen, das wollten wir aber nicht, es war irgendwie der Wurm drin. Aber ich weiß ja, es war wohl sehr viel für ihn zu verarbeiten. 

Am Montag wurde er dann um 5.00h wach, wollte mit mir nach unten gehen, und auf der Couch liegen und kuscheln. Dort schlief er dann wieder ein, und als mein Wecker um 6.45h klingelte schlich ich in die Küche, um seine Brotdose vorzubereiten. Er wurde dann auch wach und rief nach mir, und sagte dann, "mir geht´s heute nicht so gut." oh. Ich streichelte ihm seinen Bauch, und sagte ich würde gerade seine Kindergarten-Brotbox fertig machen, da wären tolle Sachen drin! Und dass ich schon ganz neugierig wäre, was es heute zu Mittag gäbe. Er fragte dann, ob ich ihn heute früher abholen könne, und ich sagte, "natürlich, ich kann Dich auch nach dem Mittagessen abholen!" Das fand er eine sehr gute Idee. So waren wir wieder kurz vor 8h da, und auf dem Weg hoch sahen wir uns an, was es heute zu essen gibt: Fisch, Reis, eine Soße mit Erbsen und Möhren und als Nachtisch einen Keks. Hmmmmm! Als wir in die Garderobe gingen, fragte Julius ob ich noch ein bisschen mit rein komme. Das bejahte ich, und wir begrüßten alle. Vielmehr ich, denn Julius versteckte sich sehr hinter mir. Wir sahen dann, dass ein anderes Kind seiner Mama an der Fensterfront winkte, und da sagte ich zu Julius das wäre doch auch toll, wenn er mir auch winken würde! Und das ich ihn ja nach dem Essen wieder abhole. Er fand die Idee auch gut, und ging mit einer seiner Erzieherinnen zum Fenster. Ich ging schnell runter, und wir winkten uns zu. Ein bisschen unglücklich sah er schon aus, und im Wegfahren war ich dann doch irgendwie sehr traurig. Zumindest für einen Moment. Irgendwie ist er doch immer noch mein kleines Baby. Aber ich weiß,dass er viel Spaß haben wird! Als ich ihn dann um 12.45h abholte, war er ziemlich müde und schlief auch direkt im Auto ein. Er schlief dann ca. 2 Stunden und dann verbrachten wir noch einen schönen Nachmittag.

Am Dienstag brachte ich ihn um 8.00 und wir planten eine Abholung im 14.10h, also mit Mittagsschlaf. Das klappte auch soweit sehr gut, und als ich Julius abholte gingen wir noch in den Garten, wo ich schon angefangen hatte das ganze Unkraut auszugraben, dabei hilft Julius immer sehr gerne. Ein sehr schöner, sonniger Nachmittag. Julius erzählte, dass er geweint hat weil ein Junge ihm Sand über den Kopf geschüttet hat (grummel), aber die Erzieherin hätte ihn getröstet. Als ich eine kleine Schürfwunde am Knie entdeckte und ihn danach fragte, erzählte er mir er sei ausgerutscht und hätte geweint."Dann kam eine nette Dame und hat mich gefragt ob ich mir weh getan habe. Die hat mich dann zu Renate gebracht. Und dann ging es wieder." Hach, immer wenn er dieses "nette Dame" sagt! So zuckersüß.

Am Mittwoch wiederholte sich der Tagesablauf von 8.00-14.10h, wobei Julius auch hier wieder so müde war, dass er einfach im Auto weiterschlief, und auch zuhause noch bis 15.30h. Man merkt jetzt auch zuhause, dass er sich irgendwie verändert. Ich muss mir zum Beispiel ungefähr 5x täglich anhören "Du bist doof!" - aber zum Glück nicht nur ich, sondern auch der Papa, und die Oma. Und wer sonst noch immer nicht genau das macht, was Julius gerade will. Kritikfähig ist er gerade überhaupt nicht (soweit das ein 3-jähriger überhaupt sein kann, aber sonst hat er sich zumindest Vorschläge von uns angehört), wenn wir etwas verbessern wollen oder ihm einen Rat geben, wird gleich alles daher geworfen, er zieht eine Riesenschüppe, und geht weg. Oder weint sofort. Da merkt man schon, dass da viele Eindrücke auf ihn einprasseln. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er gar nicht mehr weiß gerade, wie er sich verhalten soll. Auf der anderen Seite hat er mir Geschenke mitgebracht, er hat nämlich Steine für mich gesammelt! Die hat er mir alle der Reihe nach gegeben, die waren in allen Hosentaschen versteckt. Hach! Nur für mich, hat er gesagt. Herzplüsch.

Am Donnerstag spitzte sich die Situation irgendwie zu. Er wollte schon morgens nicht in den Kindergarten, nicht da schlafen, nicht da essen. Natürlich fuhren wir dann doch, ich versuchte ihn zu bespaßen, allerdings trafen wir zeitgleich mit einem Rabaukenkind ein. Julius machte in der Umkleide das Licht an, das andere Kind machte es auch. Er machte es wieder an, mit wütendem Gesicht. Der andere machte es wieder aus. Dann fing auch schon die Schubserei an. Wir Mütter intervenierten also, und als wir in den Gruppenraum gingen, kam das nächste Rabaukenkind an Julius vorbei und maulte ihn gleich im Vorbeigehen an" Du darfst hier nicht mitspielen." - Bingo. Das wird ein guter Tag. Julius klammerte sich natürlich an mich, ich musste an genau diesem Tag halbwegs pünktlich im Büro sein, er ließ sich überhaupt nicht beruhigen und auch nicht ablenken und klammerte nur an mir. Ich sagte ihm dann, dass Papa ihn um 12.45h abholen würde, ohne schlafen. Ich sollte aber stattdessen Papa gleich anrufen, damit der ihn abholte. Ein Drama. Ich fragte eine Erzieherin, wie man an solchen Tagen am Besten handelt. Sie sagte, was ich natürlich weiß, ich müsste am Besten das Kind übergeben und gehen. Sie würden ja auch anrufen, wenn es nicht geht. Und ich weiß ja auch von der Tagesmutter, dass je länger man bleibt, desto blöder wird es. Ich wollte ihr also Julius auf den Arm geben, der ließ sich mittlerweile von mir auch kaum noch anfassen, und brüllte wie am Spieß. Ich hätte ihn am liebsten wieder eingepackt und mit nach Hause genommen. So zumindest sprach das Herz. Aber ich nahm ihn auf dem Arm, verabschiedete mich unter Mordsgebrüll und übergab ihn. Dieses Gebrüll, als ich ging....fürchterlich. Ich hätte heulen können auf der Fahrt ins Büro. Als ich auf dem Parkplatz ankam, erreichte mich eine sms einer anderen Mutter, dass er jetzt nicht mehr weinen würde und mit der Erzieherin ein Buch anschaue. Für diese Nachricht war ich echt dankbar. Trotzdem war der Tag murks. Der Papa holte ihn dann um 12.45h ab, wobei er ihn im Badezimmer mit einer Erzieherin fand, denn er hatte ein Spielzeug an die Lippe geworfen bekommen. War ja klar. Es wurde gerade gekühlt, und es ging ihm aber ganz gut. Während die beiden nach Hause fuhren, schlief er dann ein und zuhause weiter bis ca. 15.00h. Nachmittags wollten wir Plätzchen backen, und davon welche am Freitag mit in den Kindergarten nehmen. Julius hat selbst den Teig ausgerollt und selber ausgestochen. Und seine Sachen nachher gespült ;-)

Am Freitag war er jedoch morgens wieder entspannter, ich musste auch nicht zur Arbeit, und so gingen wir wieder gemeinsam in den Gruppenraum und zum Fenster, von dem aus er mir winken kann. Er sagte dann noch: Aber nicht wieder so langsam! , also ich sollte schneller die Treppen runter zum Weg um zu winken :-)
Ich sagte ihm noch, dass ich ihn mittags abhole, aber als ich dann um 12.45h da war, sagte mir eine Erzieherin, er wäre schon mit nach oben zum Schlafen gegangen. Auch recht! Da ich ja nur 4 Minuten mit dem Auto zum Kindergarten fahre, bin ich also wieder nach Hause und kehrte um 14.10h zurück, um ihn abzuholen. Die Plätzchen, die wir morgens abgegeben hatten, wurden als Nachtisch verteilt und haben allen geschmeckt. Ich sprach noch kurz mit einer anderen Mutter, und als ich zur Turnhalle hoch ging, stand er da schon im Vorraum, noch ziemlich müde. Ich zog ihn an und trug ihn nach unten, und er schlief wieder im Auto ein. Zuhause schlief er dann noch bis 15.30h rum.

Am Samstag verbrachten wir den ganzen Vormittag im Kiki Island. Das hat er sich verdient! Und wir hatten einen Riesenspaß! Toll war das. Und er war so mutig! Er klammerte wirklich überhaupt nicht an mir! Das ist mir schon aufgefallen. In dem großen Klettergerüst neben der Rutsche konnten auch die Erwachsenen mit klettern, das haben wir so oft gemacht und das war super! Und diese Riesenrutsche ist er ganz alleine runtergerutscht, als ich einen Moment nicht hinsah! Einfach so - und dann immer wieder. Und total glücklich. Das war ein sehr, sehr schöner Vormittag für uns beide. Wir aßen noch die üblichen Pommes mit Chicken Nuggets und fuhren um 14.30h nach Hause. Und Julius? Der schlief bis 17.30h! Abends gingen wir dann noch in die Stadt, um live Musik zu hören und eine Kugel Erdbeereis zu essen. Natürlich mit dem Laufrad hingefahren. Ein erstes richtiges Fahrrad habe ich übrigens auch schon von meiner Freundin Kathrin bekommen. Das liegt erst mal bei meinen Eltern. Das kann ich mir noch gar nicht vorstellen, dass der kleine Mann schon bald Fahrrad fährt! Hilfe ;-)




Montag, 10. August 2015

So war die erste Woche im Kindergarten!

Nachdem am Samstag, den 01.08.15 das Abschieds-Sommerfest bei der geliebten Tagesmutter war, startete dann am Montag, den 03.08. bereits die Eingewöhnung in unserem Kindergarten. Julius ist ja in der Merlin-Gruppe eines AWO-Kindergartens. Am ersten Tag packte ich also seinen Kindergartenrucksack mit seiner neuen Brotdose, die er allerdings in grün hat, (Yumbox Lunchbox mit 6 Fächern, auslaufsicher und untereinander dichte Fächer (Framboise Pink) (die ich grandios finde!) und ich weckte ihn dann erst, damit er noch seine Kindergartentüte bekommen konnte. Die habe ich selbst gebastelt, indem ich einfach einen blauen Rolling gekauft habe und Feuerwehrmann-Sam-Servietten aufgeklebt habe. Er bekam eine Kleinigkeit für den Kindergartenstart, nämlich die Feuerwehrmann-Sam-Rettungsschere und ein Pixi-Buch. Nichts wildes, keine Süßigkeiten. 

Kindergarten-Tüte
Yumbox
Dann ging es auch schon los! Kurz vor 8h waren wir am Kindergarten, und nachdem wir die Hausschuhe angezogen hatten, ging es in den Gruppenraum. Eigentlich sind es drei Räume, der Bastelraum mit Zugang auf das tolle Außengelände, der Hauptraum mit Bau- und Puppenecke, und die Küche, in der gefrühstückt und mittag gegessen wird. Julius ist dort von 7.15h bis 16.15h "gebucht", mit Mittagessen und Mittagsschlaf. Der Kindergarten hat eine eigene Köchin, das finde ich sehr toll. Effektiv ist der Plan, dass Julius von 7.45h bis ca. 15.00h betreut wird. Wenn er irgendwann nicht mehr Mittag schläft, hole ich ihn vielleicht auch eher ab. Wenn er von sich aus einmal länger bleiben will, auch gut. 

Normalerweise ist der Ablauf so, dass von 7.15h bis 9.30h Freispielphase ist. Um 9.30h gibt es Frühstück. Danach gehen die Kinder derzeit nach draußen und spielen, bei schlechtem Wetter wird drinnen gebastelt oder ähnliches. Um 12.00h gibt es Mittagessen, das ist bis 12.45h geplant, dann gehen die Mittagsschlafkinder nach oben in die Turnhalle und schlafen bis 14.10h. Danach geht es noch einmal in den Gruppenraum, wobei dann nachmittags alle 3 Gruppen zusammengelegt werden. Da sind dann nämlich nicht mehr so viele Kinder da. 

Dienstag ist Spiezeugtag, da können die Kinder ein Spielzeug von sich mitbringen, Mittwochs wird geturnt, und Donnerstag gibt es Teilefrühstück, da kann sich jeder was vom Buffet nehmen. 

Wie lief also unsere erste Woche?

Am Montag waren wir von 8.00h bis 9.30h da, und das war schon ganz schön aufregend für Julius. Es war noch eine andere Mutter da, die ihren Sohn zur Eingewöhnung brachte, und wir beide saßen dort an einem Tisch und bekamen einen Kaffee, während die Kinder sich umsehen konnten, aber meistens natürlich bei uns am Arm klammerten. Julius war sehr zurückhaltend, flüsterte eigentlich nur, und ich musste überall mit hingehen. Aber er war auch sehr neugierig, und fast schon ein bisschen traurig als es um 9.30 hieß, dass wir dann für heute wieder gehen. Er wollte nämlich eigentlich mit den anderen Kindern frühstücken. Wir fuhren dann nach Hause, und spielten dort, auf seine Initiative hin, Kindergartenfrühstück. Danach machten wir uns einen schönen Tag und gingen in die Stadt.

Auf dem Weg zum Kindergarten!

Am Dienstag waren wir wieder kurz vor 8h da, und Julius bewegte sich schon ein bisschen freier im Gruppenraum. Ich musste allerdings immer in Sichtweite bleiben. Die Erzieherinnen sagten uns dann, dass wir um 9.00h doch mal kurz in das Büro der Leitung gehen sollten, und sie würden sich um die Kinder kümmern. Um 9.30h sollten wir wieder kommen. Das hat auch sehr gut geklappt. Wir haben das Julius erklärt, dass wir kurz was unterschreiben müssten, und dann gingen wir hoch. Als wir um 9.30h wiederkamen, war es dann auch wieder Zeit zu gehen. Wobei Julius da schon sagte, er würde so gerne mit frühstücken. Wir besprachen dann, dass wir das morgen mal fragen. 

Zweiter Kindergartentag!
Kindergartenfrühstück zuhause ;-)
Am Mittwoch also, als wir um 8h eintrafen, fragten wir direkt ob Julius mit frühstücken kann. Und das war auch gar kein Problem. Ich ging dann um 8.45h wieder hoch (erst wurde ein bisschen geklammert, aber nach Erklärungen meinerseits bekam ich ein Kopfnicken und ein "na gut!") und wir vereinbarten 10.00h. Als es 10.00h war, kam eine der Erzieherinnen hoch, und sagte wir wollten das gerne auf 10.30h verlängern, es liefe sehr gut. Nach dem Frühstück konnte man sehen, wie alle Kinder nach draußen zum Spielen liefen. Ich sah dann auch Julius, und ein bisschen schmerzte mein Herz, da er sich sehr absonderte und für sich alleine spielte. Wenn sich dann manchmal ein großer Junge vor ihm aufbaute, und ich sah wie unsicher er war, hätte ich heulen können. Aber das Loslassen und ich, das ist halt so ein Thema. Er meisterte das aber wirklich prima. Als wir dann um 10.30h runter gingen, sagten die Erzieherinnen, dass wir auch jetzt dann nach Hause sollten, damit die Kinder lernen, wenn Mama oder Papa kommt, ist nach Hause gehen angesagt. Wenn Mama oder Papa arbeiten, können sie hier spielen. Als ich zu Julius ging, freute der sich zwar, spielte aber ganz begeistert weiter und zeigte mir seinen Sandkuchen. Er wollte gerne noch bleiben, aber ich überredete ihn dann mit mir zu kommen.  Er sagte aber dass er auch gerne mit zu Mittag essen möchte, und das verabredeten wir dann für morgen. Als wir gingen, fragte ich ihn ob es ihm gefallen hat, und ob alle lieb oder jemand doof zu ihm war. Darauf sagte er, dass 3 Jungen doof zu ihm waren. Ich fragte, was die Jungen denn gesagt hätten, und er sagte:"Die haben gefragt wie ich heiße! Ich mag das nicht!" - ich musste schon ein bisschen schmunzeln, und sagte ihm dass die Jungen vielleicht mit ihm spielen wollten, und deswegen gefragt haben. Und machte ihm den Vorschlag, beim nächsten Mal einfach zu antworten "ich heiße Julius, und wie heißt Du?" Das fand er dann auch eine gute Idee. Ach, mein kleiner großer Herzjunge. Manchmal machst Du Dir das Leben selbst so schwer. 






















Donnerstag dann war die Abgabe recht unproblematisch, Julius fragte zwar ob ich noch ein bisschen mit komme, und das sage ich ihm natürlich auch dass ich das tue. Ich sage dann auch, wenn ich nicht so lange bleibe, kann ich ihn ja eher wieder abholen, und das findet er dann ganz gut. Eine seiner Erzieherinnen nahm ihn dann in Empfang, und schickte mich quasi nach Hause, und ich sagte ich käme dann um 12.45h. Das war schon irgendwie komisch, aber es gab heute Pommes und Bockwürstchen und ein Eis als Nachtisch, und Julius freute sich darauf. Überhaupt hat er in dieser Woche einen Hunger, unfassbar! Am Mittwoch schlief er um 17.00h im Auto ein und wurde bis zum nächsten Morgen überhaupt nicht mehr wach. Da sieht man doch, wie anstrengend das auch für ihn ist. Als ich dann um 12.45h kam, saßen noch alle Kinder an den Tischen und aßen ihr Eis auf. Das sieht immer so süß aus. Julius zeigte mir dann noch das Waschbecken und wie toll er sich die Hände waschen kann - und er zeigte mir sein Handtuch, das unter dem Symbol mit dem Besteck hängt. Und dann verabschiedeten wir uns von allen und gingen nach Hause. Eine Erzieherin machte uns noch den Vorschlag, dass Julius morgen und Montag noch bis 12.45h bleiben soll, und dann Dienstag mal über Mittagsschlaf. Als wir gingen fragte Julius fast schon ein bisschen traurig, warum er nicht im Kindergarten schlafen dürfe, und ich sagte ihm wir würden morgen fragen, ob er morgen auch schlafen dürfe. Darüber freute er sich sehr.  

Am Freitag waren wir dann wieder um 8.00h da, und ich besprach dass Julius gerne mit schlafen wolle. Die Erzieherin sagte, dass dann aber keiner von den Betreuern aus dieser Gruppe mit oben wäre, und ich sagte dass ich nicht denke dass das ein Problem für Julius sei, wenn ja eh noch andere Kinder da wären. Heute gab es selbstgemachte Pizza, und da freute sich Julius schon drauf. Ich sagte ihm dann noch einmal, dass er seine Kuschelschildkröte und sein Feuerwehrkissen mit hoch zum Schlafen nehmen solle und ich würde ihn dann da abholen. Ich war natürlich schon ein wenig nervös, und so war ich um 14.00h schon im Gruppenraum, da war eine der Erzieherinnen mit einem Kind aus der Gruppe, der nicht mehr schläft, und sie sagte mir es wäre alles super gewesen. Julius hat gut gegessen, und er freut sich immer sehr wenn es nach draußen geht. Er spielt dann sehr selbständig und beschäftigt sich gut. Ich ging dann um 14.10h hoch in die Turnhalle und wartete bis die Tür auf ging. Julius kam an der Hand der Erzieherin mit als erstes raus und freute sich, mich zu sehen. Er setzte sich auf die Couch und ich zog ihm Hose und Schuhe an, und dann verabschiedeten wir uns. Er hatte zwar wohl nicht geschlafen, aber ausgeruht. Ich fragte ihn nachher im Auto, dass das wohl alles bestimmt sehr aufregend war, und dann erzählte er - immer noch aufgeregt ;-) - dass ein Fenster auf war, und immer wenn der Wind kam, bewegte sich der Vorhang, und das hat er die ganze Zeit beobachtet. 

Vor der Turnhalle. Hose und Schuhe zum Schlafen ausgezogen!

Und schwupps, war die erste Woche um. Am Samstag wurde Julius um 06.15h wach, und war fast schon traurig, als ich ihm sagte, dass heute kein Kindergarten ist, sondern Wochenende. "Dann können wir ja heute trödeln!!" war seine freudige Antwort ;-)

Was ich vermutet hatte, dass sich seine Nervosität durch Kratzen an den Händen zeigen wird, ist auch so eingetroffen. Wir mussten also am Freitag wieder einen Verband machen, aber das störte ihn eigentlich nicht. Oftmals fordert er das nachts schon selber ein, wenn alles zu sehr juckt. Diese Nacht hat er sehr schlecht geschlafen, gestern war im Allgemeinen auch kein guter Tag (Weinend aus dem Mittagsschlaf wach geworden weil schlecht geträumt und danach sehr unleidlich, kaum was gegessen den ganzen Tag), und heute Nacht musste ich tatsächlich die zweite Hand auch verbinden. Das haben wir aber heute morgen wieder entfernt. 

Ich merke, dass mich das natürlich auch beschäftigt. Ich habe volles Vertrauen in den Kindergarten und die Erzieherinnen, und ich weiß dass er dort viel Spaß haben wird. Ich möchte ihm gerne den kleinen Schupps geben, dass er mutiger wird, dass ihm die Flügel wachsen die ich ihm wünsche. Aber er ist nun mal ein kleines sensibles Seelchen, er zieht sich zurück, er ist bei weitem nicht so offen wie die anderen Kinder die dort eingewöhnt werden. Wobei er der Älteste ist, der jetzt startet. Ich bin froh, dass wir so lange gewartet haben und er die gute Zeit bei der Tagesmutter in der kleinen Gruppe hatte. In der Gruppe jetzt sind 19 Kinder auf 3 Erzieherinnen, das ist schon ein bisschen was anderes. Wenn ich ihn etwas frage, antwortet er sehr eifrig, zum Beispiel fragte ich ihn, ob man sich seinen Stuhl aussuchen dürfte, auf dem man mittags und morgens sitzt, und da antwortete er mir "da muss man eine Erzieherin fragen, und am besten auch nur dort wo Besteck liegt!" Ich vertraue einfach darauf, dass die Tagesmutter mir versichert hatte, dass er in der Zeit bei ihr sehr gut gelernt hat, sich auch durchzusetzen. Ich wünsche es ihm sehr.  
Mia wurde im Juli 2007 geboren. Der nach 2 Tagen geäußerte Verdacht eines Chromosomendefektes bestätigte sich nach einer Woche: Mia hat das 21. Chromosom dreimal, Trisomie 21, bekannt als Down-Syndrom. Mit diesem Blog wollten wir alle Interessierten ursprünglich einladen, an Mias Entwicklung und wie sie die Welt entdeckte, teilzunehmen.

Mia verstarb am 24.04.2008 um 22.35h -nach 7-wöchigem Krankenhaus-aufenthalt- an den Folgen einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), wahrscheinlich verursacht durch ihren angeborenen Herzfehler, ein großer ASD II. Sie wurde nur 9,5 Monate alt. Mia`s letzte Reise kann man hier direkt nachlesen.

Auch wenn Mia nicht mehr hier ist, ist sie immer in unseren Herzen. Dieses blog bleibt solange bestehen, wie wir meinen, dass es informieren und helfen kann. Viel zu viele Menschen haben ein völlig falsches oder gar kein Bild von Menschen mit Down Syndrom. Das wollen wir ändern, so wie Mia es uns gelehrt hat.

Lilypie Warten auf Adoption Ticker