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US-Behörde stoppt Studie mit Viagra-Wirkstoff
US-Behörde stoppt Studie mit Viagra-Wirkstoff
Sildenafil ist der Wirkstoff von Viagra. In einer Studie sollte getestet werden, ob man damit auch Patienten behandeln kann, die an Sichelzellanämie und Lungenhochdruck leiden. Eine US-Gesundheitsbehörde hat den Versuch nun abgebrochen - wegen ernsthafter Nebenwirkungen.
Mit dem Wirkstoff der Potenzpille Viagra - Sildenafil - werden auch Lungenhochdruck-Patienten behandelt. In einer Studie sollte nun getestet werden, ob auch Lungenhochdruck-Patienten, die zugleich an der seltenen Erbkrankheit Sichelzellanämie leiden, mit Sildenafil behandelt werden können. Das Nationale Herz,- Lungen- und Blut-Institut NHLBI brach die Studie nun vorzeitig ab - bei 38 Prozent der Probanden waren ernsthafte Nebenwirkungen aufgetreten.
Patienten mit Sichelzellanämie leiden unter Blutarmut und Durchblutungsstörungen. Sildenafil ist im Medikament Revatio enthalten, das zur Behandlung von Lungenhochdruck eingesetzt wird. Auch Revatio wird vom Pharmabranchenprimus Pfizer vertrieben.
In der Studie litten 38 Prozent der mit Revatio behandelten Patienten unter ernsthaften Nebenwirkungen. Bei Patienten, die nur ein Placebo erhielten, waren dies lediglich acht Prozent. Todesfälle gab es nach Angaben des NHLBI nicht. Laut NHLBI-Direktorin Elizabeth Nabel sollten Patienten mit Sichelzellanämie, die Sildenafil zur Behandlung von Lungenhochdruck einnehmen, ihren Arzt kontaktieren.
Sildenafil ist in den USA bislang nicht zugelassen für Lungenhochdruck-Patienten, die unter dieser Erbkrankheit leiden. Die Studie des NHLBI sollte die Wirksamkeit der Substanz in dieser Patientengruppe testen. Bei Lungenhochdruck-Patienten ohne Sichelzellanämie hat sich Sildenafil bewährt. Für diese Patienten besteht nach Angaben des NHLBI kein Risiko.
Bei Lungenhochdruck ist der Blutdruck in den Lungenarterien, Lungenvenen oder Lungenkapillaren erhöht. Dies kann unter anderem zu Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl und Ohnmachtsanfällen führen. Neben einer deutlich eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit kann die Erkrankung auch zu Herzinsuffizienz bis hin zum Tod führen. Rund 30 Prozent aller Menschen, die an Sichelzellanämie leiden, bekommen auch Lungenhochdruck.
[http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,638948,00.html]
