Immer wieder dieser April. Immer wieder dieser Gegensatz, dass alles nach dem Winter aufblüht und man die ersten Sonnenstrahlen genießt, eine Ahnung hat wie der Sommer sein könnte....und doch ist dieser Monat für mich der traurigste, der beklemmenste, der den ich fürchte.
Aber dieser April, der nach 7 Jahren, der ist anders....der ist geprägt von einem fordernden 3-jährigen, ich habe und hatte nicht viel Zeit in mich zu gehen, die Erinnerungen hervorzuholen - und vielleicht soll das auch so sein, und vielleicht ist das auch gut so. Dieser April, der flutschte einfach so durch.
Und heute? Heute ist das Wetter ein bisschen wie vor 7 Jahren. Mein Gott, war das schön damals. Und heiß. Und alle sagten, wir sollen uns freuen, das wir bald entlassen werden - denn es sind 20 Grad angesagt. Damals, da war der 24.04. ein Donnerstag. In der Nacht tobte ein Gewitter und es regnete fürchterlich. Für morgen ist auch wieder Regen angesagt - aber heute, da strahlte die Sonne.
Heute morgen gingen der kleine Sohn und ich zur Lieblingsgärtnerei, und er bekam die eine Blume geschenkt, die Rose und die Gerbera kaufte ich für Mia. Der kleine Sohn beschloss direkt, seine Blume auch bei Mia in die Vase zu stellen und fragte mich, ob sie die denn auch sehen könnte? Der Ehemann kam und brachte die gerade besorgten riesigen Luftballons mit. Den einen ließen wir fliegen, in den Himmel. Wir trafen noch die Lieblingsgärtnerin, mit der ich damals viele -auch sehr lustige - Stunden verbracht hatte, und das war wirklich nett, denn wir haben uns bestimmt ein gutes Jahr nicht mehr gesehen. Den restlichen Tag verbrachten wir mit Sport und grillen. Friedlich.
Der kleine Sohn wollte abends letztlich nicht einschlafen, und das machte mich ein bisschen ärgerlich, und ich wunderte mich eigentlich warum ich so ungeduldig mit war - bis ich merkte, dass die Uhrzeit sich dem Todeszeitpunkt näherte. Das machte mich traurig. Ich nahm den kleinen Sohn noch ein bisschen fester in den Arm, und obwohl ich dachte er schlief schon, streichelte ich ihm über das Haar und flüsterte ihm zu, wie lieb ich ihn habe, denn er hatte schon gemerkt das ich etwas verstimmt war weil er nicht einschlief. Und ich wollte eigentlich nicht, dass er mit diesem Gefühl einschlief. Ich hörte leise, "Ich habe dich auch sehr lieb, Mama." - und dann schlief er tatsächlich ein. Und über mein Herz legte sich ein warmes, friedliches Gefühl.
Und nun ist er wieder vorbei, dieser Zeitpunkt, der wie eine Explosion mein ganzes Leben daher gefegt hat, vor 7 Jahren. Ich habe aus all den Fragmenten wieder etwas zusammengebaut, das mich glücklich macht, meistens. Dennoch: Sie fehlt, sehr schrecklich. Und die Angst, die Sorge das noch einmal so etwas Schreckliches passiert- sie ist mein tagtäglicher Begleiter. Das ist manchmal sehr anstrengend.
Manchmal, so wie letztens, bin ich schon fast erstaunt, wenn noch jemand mit mir über Mia spricht - da erwähnte mein Arbeitskollege und auch Freund, er sei letztens am Friedhof vorbei gefahren und habe sofort an Mia gedacht, und wie er sie einmal auf dem Arm hatte und er erinnerte sich an ihren Blick, sagte er. Er würde sich bis an sein Lebensende an sie erinnern. Und da hatte er fast Tränen in den Augen. Und ich auch. Das ließ mich schon schlucken, denn eigentlich ist Mia immer bei uns präsent und wir sprechen oft über sie und auch irgendwie mit ihr - andere tun das für gewöhnlich aber nicht mehr. Umso schöner, wenn es dann doch passiert.
Und morgen? Morgen ist wieder der Seilersee-Lauf. Und ich freue mich darauf, dass der Laufclub 21 aus Fürth hierher kommt und am Lauf teilnimmt. Ich habe meine Laufsachen bereitgelegt. Und morgen, während ich laufe, da werde ich viel Zeit haben, an meine Tochter zu denken. Nicht an den 24.04. vor 7 Jahren, sondern an die wunderbare Zeit davor, die wir miteinander verbringen durften.







Wärme strömt bis hierher. Deine Worte, Mia selber---
AntwortenLöschenDanke!
Sei herzlich umarmt!
Gabriela
alles Liebe
AntwortenLöschenElisabeth