Dieses Jahr ist aus in vielerlei Hinsicht besonders. Durch Corona und die damit einhergehenden Isolationsvorschriften und das Gefühl des "Eingesperrtsein" sind viele längst in den Schleier der Vergangenheit geratenen Erinnerungen und Gefühle wieder ans Tageslicht geholt worden...damit hatte ich so nicht gerechnet. Als ich mit Mia in den verschiedenen Krankenhäusern in den letzten Wochen ihres Lebens gelebt habe, fühlte sich das nämlich genauso an. Du darfst nicht raus, Du kannst nicht raus, Du hältst Dich im Wesentlichen nur in einem Raum auf...Dazu die Sorgen, wie es weitergeht, das Gefühl keine Sicherheit zu haben....
Manchmal denke ich schon, dass ich vieles von diesen Dingen auch nach all den Jahren nicht verarbeitet habe. Ich habe es nur versteckt, weit hinten, in meinem Herzen und in meiner Erinnerung. Und manchmal ist es auf einmal alles wieder ganz nah. Auch wenn es über 13 Jahre her ist.
Dem Prinzen geht es soweit gut. Er ist in der 3. Klasse schon, fand den Lockdown und das Nicht-Vorhandensein von Schule ganz großartig, denn er ist kein Fan der Schule. Manchmal denke ich mir, er hat so wenig kindliches nur noch, er ist so nachdenklich und ernst, und so reflektiert. Wo ist die Leichtigkeit in seinem jungen Leben? Aber dann wiederum frage ich mich, wo dies herkommen soll - denn wir können ihm nichts vormachen, er spürt die Traurigkeit und Schwere die immer irgendwo in uns ist, denn da fehlt nun mal jemand. Auch um ihn habe ich einfach oft Angst, auch wenn ich weiß dass das nicht gut ist. Ich versuche es mir nicht anmerken zu lassen, aber wem will ich denn da was vormachen?
Das Leben muss weitergehen, und ich bin dankbar für jeden Tag an dem wir eine neue Chance bekommen, zu leben.

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