Samstag, 2. April 2011

Welt-Autismus-Tag: 02.04.2011

Welt-Autismus-Tag

Früher hatte ich einen Gedanken, wenn ich an einen kleinen Jungen und Autismus dachte. Ich dachte dann immer an "Das Mercury Puzzle", einen Spielfilm mit Bruce Willis. Der Hauptdarsteller ist ein kleiner Junge, der Autist ist und hochintelligent, der aber in seiner eigenen Welt gefangen ist. Ich fand den Film nie so gut, weil er mit Bruce Willis ist oder weil es ein Actionfilm ist, sondern weil das Schauspiel des kleinen Jungen mein Herz berührt hat- es hat mich neugierig gemacht und an manchen Stellen auch traurig, zu sehen wie mit diesem Jungen mit dieser Begabung teilweise umgegangen wurde. Die Gesellschaft von heute hat überall Probleme mit Andersartigkeit, und damals dachte ich, dass es gut ist, das es diesen Film gibt. Damit die Menschen etwas hinter die Fassade schauen können, begreifen können das es doch am Ende des Tages nur ein kleiner Junge ist.

Heutzutage habe ich viel dazu gelernt. Heute ist nicht der Film mein Lehrmeister, sondern ein ganz reales und echtes Leben. Robert nämlich. Ein ganz gewöhnlicher Junge mit zwei Zahlen, er ist nämlich 10. Und manchmal bin ich so begeistert von den Dingen die Elisabeth über Robert schreibt, dass ich mir denke das er so viel schlauer als wir alle ist. Auf eine andere Art und Weise, eben auf eine Art, die das Herz berührt. Man möchte Robert so gerne beschützen, vor all den dummen und ignoranten Menschen, aber man kann es nicht. Und Robert merkt schon jetzt, dass er anders ist, dass die Menschen manchmal nicht nett zu ihm sind. Und das ist schlimm. Und traurig. Und ich glaube, es liegt auch ein bischen daran, dass es zuwenig Aufklärung über Autisms gibt. Wenn ihr in nicht schon lest, dann stelle ich Euch gerne den liebenswertesten Lehrmeister selbst vor:





Sonntag, 20. Februar 2011

Geboren mit Down-Syndrom

Wie immer, bitte vorher den musicplayer rechts auf Pause stellen.



Den Hinweis auf diesen wunderschönen Trailer hat Maria heute gegeben. "Dieser Film beschäftigt sich mit den ersten Momenten, Monaten und Jahren im Leben mit Down Syndrom. Eltern reflektieren ihre Emotionen im Umgang mit der Diagnose Down Syndrom, die Reaktionen von Familie und Umwelt und das Hineinwachsen in ein Leben mit Kindern, die alles sind, außer gewöhnlich. Collagenartig zeigt der Film die Down Syndrom Ambulanz Wien, das Down Syndrom Kompetenzzentrum Leben Lachen Lernen in Leoben, frühe Fördermöglichkeiten und Therapieansätze sowie Zukunftsperspektiven. Im Mittelpunkt stehen wundervolle Hauptdarsteller - Kinder mit Down Syndrom.

Drehbuch: Birgit Brunsteiner
Kamera: Afra Hämmerle-Loidl
Schnitt: Gerald Loidl
Länge 35min


Vielleicht kommt Euch ja der eine oder andere Darsteller bekannt vor ;-) Weitere Details zum Film folgen noch, er ist noch nicht veröffentlicht, wir haben ihn selbst noch nicht gesehen."


Vielen Dank dafür, Maria!

Mittwoch, 19. Januar 2011

Ein Dialog im Bauch der Mutter

Geschichte: Zwillinge – ein Dialog im Bauch der Mutter


Im Mutterleib wuchsen Zwillinge heran. In dem Maße wie ihr Bewusstsein, stieg auch ihre Freude: „Ist es nicht wunderbar, dass wir leben?“, sagte eines Tages der eine zum anderen. „Oh ja“, meinte der Angesprochene, und plantschte ein wenig mit seinen kleinen Händchen durch das Wasser, in dem sie schwammen, so dass es kleine Wellen schlug.

Die Zwillinge begannen im Laufe der Zeit ihre Welt zu entdecken. Dabei fanden sie auch die Schnur, die sie mit ihrer Mutter verband und ihnen Nahrung gab. Beglückt sagten sie: „Wie groß ist doch die Liebe unserer Mutter, dass sie ihr eigenes Leben mit uns teilt!“ So vergingen die Wochen und sie bemerkten, wie sie sich veränderten.

„Was bedeutet es, dass wir uns im Laufe der Zeit so verändern?“ fragte der eine den anderen.
Der antwortete: „Das bedeutet, dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald dem Ende zugeht.“
„Aber ich will doch gar nicht gehen,“ entgegnete der zweite, und fügte hinzu:
“Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?"
“Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das was uns erwartet."
“Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?".
“Das weiß ich auch nicht so genau. Aber es wird sicher heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?".
“So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee! Es gibt doch eine Nabelschnur, die uns ernährt und die ist ja jetzt schon zu kurz zum Herumlaufen.“
“Doch es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders!".
„Wir werden unsere Lebensschnur verlieren. Wie aber sollen wir ohne sie leben? Vielleicht haben andere vor uns schon diesen Mutterschoß verlassen, doch keiner von ihnen ist zurückgekommen und hat uns gesagt, dass es ein Leben nach der Geburt gibt. Nein, die Geburt ist das Ende, da bin ich mir ganz sicher!“
“Es ist noch nie einer zurückgekommen von “nach der Geburt“. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, danach ist alles dunkel und Quälerei“.

So fiel der eine, der Pessimistische von beiden, in einen tiefen Kummer und sagte: „Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann das Leben im Mutterschoß? Es ist sinnlos. Vielleicht gibt es gar keine Mutter?“
„Aber sie muss doch existieren“, protestierte der andere, „wie sollten wir sonst hierher gekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben?“
“Auch wenn ich nicht genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen“.

“Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Sag mir, hast du je unsere Mutter gesehen?“ fragte der erste, „Möglicherweise lebt sie nur in unserer Vorstellung, und wir haben sie uns bloß ausgedacht, damit wir unser Leben dann besser verstehen können. Wo ist sie denn bitte?
“Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein“.
“Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht“.
Doch manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt…“

So waren die letzten Tage im Schoß der Mutter gefüllt mit vielen Fragen und großen Ängsten. Schließlich kam der Moment der Geburt. Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie die Augen und was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume und Vorstellungen.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Ein Licht geht um die Welt





Ist es wirklich schon das 3. Mal, dass wir an diesem zweiten Sonntag im Dezember, um 19.00h ein Lichtlein in unser Fenster stellen werden?

Um all der Kinder zu gedenken, die viel zu früh von dieser Welt in eine andere gegangen sind.

Das Licht, das überall auf der Welt um 19h abends entzündet wird, dass durch die Zeitverschiebung dafür sorgen wird, dass es 24 Stunden lang immer irgendwo auf der Welt brennen wird....und es wird so viele Lichter geben, die da brennen.

Bei dem Gedanken an diesen speziellen Tag für viele Eltern begleitet mich dieser Text, und ich möchte ihn hier einfach schweigend für alle die hinterlassen, die ebenfalls an diesem Abend, zu dieser Stunde, nur in Gedanken bei ihren Kindern sein dürfen. That their light may always shine.


***


"Ich begrüsse Sie als Ihr Freund, und tief ist die Liebe die ich für Sie hege. Nichts könnte ich Ihnen geben, das Sie nicht schon hätten. Sie aber können Vieles, sehr Vieles nehmen, was ich nicht geben kann. Es gibt für uns keinen Himmel bevor unsere Herzen zur Ruhe kommen. Waehlen wir also den Himmel. Es gibt keinen zukünftigen Frieden, der sich nicht schon jetzt in diesem gegenwärtigen Augenblick verborgen hält.



Wählen wir also den Frieden! Die Schwermut der Welt ist nur ein Schatten. Dahinter, und doch erreichbar für uns, ist Freude. Könnten wir sehen, so würden wir in der Dunkelheit Glanz und Herrlichkeit erblicken. Aber um zu sehen, müssen wir suchen. Ich beschwöre Sie, suchen Sie! Das Leben ist ein groβzügiger Geber. Doch wir beurteilen dessen Gaben nach deren äusserer Hülle und verwerfen sie als entweder nicht schön, zu schwer, oder zu hart. Wer aber das Geschenk öffnet, hat eine lebendige Herrlichkeit vor Augen, von der Weisheit mit Liebe und Kraft gewoben.



Glauben Sie mir, dass alles was wir als Heimsuchung, als Leid oder Verpflichtung empfinden, bezeugt, daβ die Hand des Engels anwesend ist. Das ist das Geschenk und das Wunder einer überschattenden Gegenwart. Und seien Sie nicht zufrieden mit ihren Freuden als solchen. Denn auch sie verbergen göttliche Gaben.



Das Leben ist voller Sinn und Bedeutung; unter seiner Oberfläche ist es voll Schönheit. Sie werden erkennen, daβ die Welt Ihren Himmel nur verbirgt. Haben Sie den Mut ihn für sich in Anspruch zu nehmen; das ist Alles. Aber Mut haben Sie ja. Und die Gewiβheit, daβ wir durch unbekanntes Land ziehen, als Pilger gemeinsam auf dem Weg heimwärts."


~ Fra Giovanni Giocondo ~


(c.1435 -1515) war ein Bahnbrecher der Renaissance, vollendeter Architekt, Ingenieur, Antiquar, Archaeologe, Gelehrter und Franziskaner Mönch. Heute gedenken wir seiner hauptsächlich wegen seines beruhigenden Briefes an die Gräfin Allagia Aldobrandeschi vom Heiligabend, 1513.


***


Montag, 1. November 2010

Woher wüssten wir...

wie wir leben sollen, wenn wir nicht an etwas glaubten, das größer ist als wir?
Wer würde uns lehren zu leben?


Wer sagt dem Baum, wann die Zeit kommt, seine kleinen Blätter auszutreiben?

Wer sagt diesen Drosseln da, dass es warm geworden ist und sie wieder nach Norden fliegen können?


Vögel und Bäume hören auf etwas, das weiser ist als sie. Von sich aus würden sie es niemals wissen.


Oft sitze ich allein in der Wüste und schaue die Lilien an und all die hübschen kleinen rosa Blüten und frage mich: "Wer hat euch gesagt, dass es Frühling ist und dass ihr blühen sollt?"


Und ich denke und denke nach, und immer komme ich auf dieselbe Antwort. Das, was größer ist als wir, lehrt alle Lebewesen, was sie tun sollen.


Wir sind wie die Blumen. Wir leben und wir sterben, und aus uns selbst heraus wissen wir nichts.




Aber das, was größer ist als wir, lehrt uns - lehrt uns, wie wir leben sollen.



~*~ Chiraparopai ~*~



gefunden bei und geliehen von Anne Seltmann (wortperlen)
Mia wurde im Juli 2007 geboren. Der nach 2 Tagen geäußerte Verdacht eines Chromosomendefektes bestätigte sich nach einer Woche: Mia hat das 21. Chromosom dreimal, Trisomie 21, bekannt als Down-Syndrom. Mit diesem Blog wollten wir alle Interessierten ursprünglich einladen, an Mias Entwicklung und wie sie die Welt entdeckte, teilzunehmen.

Mia verstarb am 24.04.2008 um 22.35h -nach 7-wöchigem Krankenhaus-aufenthalt- an den Folgen einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), wahrscheinlich verursacht durch ihren angeborenen Herzfehler, ein großer ASD II. Sie wurde nur 9,5 Monate alt. Mia`s letzte Reise kann man hier direkt nachlesen.

Auch wenn Mia nicht mehr hier ist, ist sie immer in unseren Herzen. Dieses blog bleibt solange bestehen, wie wir meinen, dass es informieren und helfen kann. Viel zu viele Menschen haben ein völlig falsches oder gar kein Bild von Menschen mit Down Syndrom. Das wollen wir ändern, so wie Mia es uns gelehrt hat.

Lilypie Warten auf Adoption Ticker