Film von Anita Read, Sendeplatz: Fr 04.12.2009 11:30 bis 12:00 (3sat)
Der Film ist im Internet <<hier
"Was der schönste Moment im Leben sein sollte, wurde der verwirrendste Moment unseres Lebens. Da wurde endlich dieses Wesen mit einer Saugglocke auf die Welt gezerrt, und ich wurde gefragt, ob ich ihn haben möchte. Was für eine Frage! Der Arzt drehte sich sofort weg, auch die Hebamme gratulierte uns nicht. Niemals werde ich diesen Augenblick vergessen, in dem er mich aus seinen dunklen Augen anschaute. Ich sah sofort, dass er das Down-Syndrom hatte."
So beschreibt Birte Müller die Geburt ihres Sohnes Willi am 24. März 2007. Inzwischen haben Birte Müller und Matthias Wittkuhn eine Zeit voller Hoffnungen und menschlicher Enttäuschungen erlebt. "Heute kann ich gar nicht mehr sagen, warum mich die Diagnose Down-Syndrom so sehr geschockt hat. Wir hätten uns gewünscht, dass die Ärzte offen und direkt mit uns reden. Wie hätte das dann ausgesehen? Etwa so: 'Herzlichen Glückwunsch, Ihr Kind hat das Down-Syndrom?'" Trotz aller Anforderungen durch Willis Behinderung bewältigt die Familie den Alltag, bis Birte wieder schwanger wird. Verborgene Ängste werden wach, Sorgen wieder präsent. Alles dreht sich um die Frage: Was ist, wenn auch das zweite Kind behindert ist? Die Gynäkologin hat eine eindeutige Haltung, drängt die Familie zur Pränataldiagnostik. Birte und Matthias wissen allerdings, dass das Ergebnis einer solchen Diagnostik der Beginn eines nahezu unlösbaren moralischen Konflikts sein kann.

Boah, Claudia, ich hätte nicht gedacht, dass ich heute nach diesem schwersten Tag noch einen Film schauen könnte, aber jetzt hab ich es getan und es war genau richtig. Welch wundervolle Eltern!
AntwortenLöschenUnd er ist nur wenige Wochen älter als Mirjam.
Danke für den Link
Gabriela
Der Film hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Ich habe eine Weile gebraucht, bis mir klar war, dass die ganze Diskussion um Pränataldiagnostik sich auf das zweite Kind bezog, nicht auf den Sohn mit DS - und dass sie es letztlich hauptsächlich deshalb nicht weiter verfolgt haben (bis zu einem gewissen Grad aber doch), weil sie ihm ja nicht erklären könnten, warum sie ein Geschwister, das so ist wie er, abgetrieben hätten.
AntwortenLöschenDiese Begründung hat mich sehr überrascht, denn ich hätte eher vermutet, dass Eltern eines DS Kindes vor einer solchen Diagnose keinen Schrecken mehr empfinden..?
Allerdings habe ich genau das in meinem Bekanntenkreis auch, eine Familie mit einem DS-Kind, die nur deshalb kein Geschwisterchen mehr wollen aus Angst, wieder ein solches Kind zu bekommen (und es -aus gleicher Begründung wie oben! - nie abtreiben würden).
Vllt. lässt sich die Komplexität des Themas und die Antriebsfedern für bestimmte Verhaltensweisen nur als Betroffene verstehen...
Was macht es denn eigentlich aus, das so anstrengend ist, was über die "Belastung" durch ein "normales" Baby hinausgeht? Ich wüsste so gern mehr darüber.
Liebe Grüße in die Nacht - Alex