Quelle: SPIEGEL ONLINE
25. März 2010, 10:03 Uhr
Spätabtreibung
Das Geschenk eines Lebens
Von Silvia Dahlkamp
Zwei Mütter, ein Sohn: Susanne B. erfuhr im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft, dass ihr Kind mit Down-Syndrom geboren werden würde. Sie entschied sich für eine Spätabtreibung - doch der Junge überlebte. Simone G. und ihre Familie nahmen Tim auf.
Tim sitzt auf dem Boden und spielt. So, wie nur Kinder spielen können: voll bei der Sache, versunken in seine Welt. Tim dreht Frisbeescheiben. Grüne, gelbe, blaue. Brabbelt vor sich hin, wirft sie weg, krabbelt hinterher. Tim liebt Frisbeescheiben. Er lässt sie kreiseln. Stundenlang. Bis seine Schwester und die zwei Brüder nach Hause kommen. Um kurz nach sechs sitzt die ganze Familie am Abendbrottisch. Der ganz normale Alltag mit vier Kindern eben - und doch ist bei der Familie G. vieles anders.
Mama Simone ist nicht die Frau, die Tim geboren hat. Papa Bernd ist nicht sein leiblicher Vater. Sie sahen ihren Sohn zum ersten Mal vor zwölf Jahren, auf einer Frühchenstation. Kurz vor Weihnachten rief das Jugendamt an: "Wir suchen Pflegeeltern für einen Säugling." Nicht für irgendeinen Säugling.
Tim hatte seine eigene Abtreibung überlebt.
Jetzt lag er in einem Brutkasten, hatte nur eine Windel an. In seiner winzigen Nase steckte ein Beatmungsschlauch, im Mund eine Nahrungssonde. Die Herzmaschine piepte.
Tim war winzig, nur 1500 Gramm schwer. Seit fünf Monaten kämpfte er ums Überleben. Es würde ein kurzes, elendes Leben, glaubten die Ärzte. Die Krankenakte war lang: Down-Syndrom, Wasserkopf, Hirnblutungen ersten und zweiten Grades. Und trotzdem: "Wir schauten in seine blauen Augen und wussten, dieser kleine Kerl gehört zu uns", sagen die G.s heute.
"Nein, da waren keine Zweifel. Nein, wir haben nicht gegrübelt", erinnert sich Bernd G. "Warum auch?" Er schaut fasziniert zu, wie die Frisbees durch die Küche rollen. Schaut, wie Eltern eben schauen, wenn ihre Kinder gerade ein neues Stück Welt entdeckt haben. Stolz.
Er und seine Frau können das, was Tims leibliche Eltern nicht schafften. Bedingungslos lieben.
Dabei hatten sich Susanne B.* und ihr Mann so sehr ein zweites Kind gewünscht. Für Susanne, damals 35, war es die dritte Schwangerschaft. Sie freute sich unbändig auf ihr Baby, wollte zunächst nicht einmal eine Fruchtwasseruntersuchung. Doch weil sie nach einem gesunden Sohn bereits ein totes Kind zur Welt gebracht hatte, waren die Ärzte sensibilisiert. Am Ende des sechsten Monats bestätigte sich ein Verdacht: Down-Syndrom. Susanne B. brach zusammen.
Ein Leben mit einem behinderten Kind, das schafft sie nicht
25. Woche, plus vier Tage. Da ist der Bauch schon gewölbt. Das Kind strampelt kräftig. Es erkennt die Stimmen von Mutter und Vater. Es kann leben. Doch Susanne B. war nur verzweifelt, war sich sicher: Ein Leben mit einem behinderten Kind, das schafft sie nicht.
Alles ging ganz schnell. Um 11.15 Uhr hatte ihr der Arzt die Diagnose mitgeteilt. Um 14.30 Uhr stand sie mit dem Koffer auf der Frauenstation. Eine Medizinerin klärte auf: "Wahrscheinlich stirbt der Fötus während oder kurz nach der Geburt. Vielleicht wird er aber leben." Susanne B. war überfordert, reagierte panisch: "Ich will es nicht. Ich verlange, dass Sie mir das wegmachen." Sie droht sogar mit Selbstmord. Gegen 16 Uhr wird die Geburt eingeleitet.
Als alles vorbei war, grübelte Susanne B. oft: Wäre es besser gewesen, wenn ich nichts gewusst hätte von der Behinderung? Oder besser, wenn ich viel mehr gewusst hätte - über das Down-Syndrom, das, was sie nur als "Mongolismus" kannte? "Dann hätte ich mich für eine normale Entbindung und gegen einen Abbruch entschieden", sagte sie später.
Susanne B. tat, was neunzig Prozent aller Mütter tun, wenn sie erfahren, dass ihr Kind Down-Syndrom hat. Sie entschied sich für eine Abtreibung. Auch in Grenzfällen wie bei Tim, wenn das Kind schon leben kann, brechen 62 Prozent aller Mütter die Schwangerschaft ab. Das belegen Zahlen aus der Frauengesundheitsforschung.
Geboren worden, um zu sterben
Die Spätabtreibung darf allerdings nie mit der Behinderung begründet werden, nur mit einer körperlichen und seelischen Notfallsituation der Mutter. 237 Spätabtreibungen wurden dem Statistischen Bundesamt im vergangenen Jahr gemeldet. Hubert Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung (CDU) schätzt, dass es in Wahrheit viel mehr sind. Denn Embryos, die schon im Mutterleib mit einer Kalium-Chlorid-Spritze getötet und unmittelbar danach geboren werden, tauchen in dem Zahlenwerk nicht auf.
Susannes Baby sollte auf seinem Weg durch den Geburtskanal sterben, an den Anstrengungen und toxischen Medikamenten, die die Wehen einleiteten.
Tim hat seine Mutter nie kennen gelernt. Nach mehr als 30 Stunden Qual und Schmerzen musste der Arzt ihn aus Susannes Leib herausziehen, weil er sich noch nicht gedreht hatte. Ein kleines Bündel Mensch, nur 650 Gramm schwer, leichter als ein Paket Mehl.
Susanne wollte Tim nicht sehen, die Pfleger brachten ihn weg. Neun Stunden lag der Fötus nackt in einem Kreißsaal in Oldenburg, notdürftig in ein paar Handtücher gewickelt. Wozu ein Wärmebettchen, ein Brutkasten? Dieses Kind war geboren worden, um zu sterben. Doch Tim gab nicht auf: Als sein Körper schon auf 28 Grad abgekühlt war, schnappte er noch nach Luft. Da kam er auf die Frühchenstation, und später dann zur Familie G.
Seit dem Tag seiner Ankunft in ihrem Leben kämpfen die G.s für Tim. Er schlief in der Familienwiege, unter einem Sauerstoffzelt. Nachts kamen die Pflegeeltern oft im Stundentakt an sein Bettchen. Weil die Lungen noch nicht ausgereift waren, musste er immer wieder wochenlang zurück ins Krankenhaus.
Und dann waren da noch andere Krankheiten, die in den Stunden nach der Geburt entstanden. Mehr als zwanzig Operationen in drei Jahren musste Tim überstehen. Fast jedes Mal sagten die Ärzte: "Diesmal schafft er es nicht." Dann haben alle geweint. Simone G., ihr Mann, ihre Söhne, die damals vier und sechs Jahre alt waren.
Auch Susanne B. hat geweint. Wenn die Erinnerungen hochkamen. Auch sie hat gekämpft. Gegen ihre Schuldgefühle. Sie schämte sich. Für das, was sie in jenen furchtbaren Stunden gesagt und getan hatte. Sie hätte alles dafür gegeben, damit ihrem Sohn das Leid erspart geblieben wäre. Doch kein Arzt und kein Psychologe konnten ihr die Last nehmen, die sie niederdrückte und später auch ihren Körper krank machte.
Susanne B. verklagte den Arzt, der in jener Nacht Dienst hatte. 13.000 Euro Schmerzensgeld musste der Gynäkologe schließlich zahlen.
Wer war Schuld, dass Tim sich so quälen musste? Dass sie sich seitdem quälen musste? Diese Frage hat kein Gericht je geklärt. Während ihr behinderter Sohn sich ins Leben kämpfte, verlor Susanne B. nach und nach die Kraft zu leben. Sie starb mit nur 41 Jahren.
Tims Mütter haben nur einmal miteinander gesprochen. Als Susanne B. sich sechs Monate nach der Geburt das Zuhause anschaute, das sie ihrem Sohn gern gegeben hätte, wenn ihre Kraft gereicht hätte. "Sie hatte wohl Angst, was die Familie, die Nachbarn, die Freunde sagen könnten", vermutet Simone G. "Sie wusste nicht, dass es Hilfe gibt."
Tims leiblicher Vater schaute früher viermal im Jahr für eine Stunde vorbei. "Er ist doch mein Fleisch und Blut", sagte er über Tim, wenn er bei den G.s auf der Küchenbank saß und seinem Sohn beim Spielen zusah. Nachdem seine Frau gestorben war, hat er nie wieder geklingelt.
"Bei behinderten Kindern freut man sich Erfolge doppelt"
Simone G. guckt besorgt auf die Uhr. Sie wartet auf den Behindertenbus, der ihren Sohn jeden Nachmittag von der Schule nach Hause bringt.
Ein Wunder, sagen die Ärzte. Zwar wird Tim nie lesen und schreiben lernen, aber vieles andere: Was Töne sind, wie man auf einer Trommel schlägt, im Rhythmus tanzt, fröhlich im Bällebad tobt. Und noch ein Wunder: Tim kann laufen. Mit sechs Jahren machte er die ersten Schritte an der Hand. Mit acht Jahren tapste er wackelig hinter seiner Schwester Lissy her. Mit neun Jahren konnte er endlich stabil gehen.
Was andere in vier Monaten schaffen, dafür brauchte er drei Jahre. Heute kann er sogar auf dem Trampolin im Garten springen. "Er ist sehr weit zurück, alles geht sehr langsam", sagt Simone G. Jetzt soll Tim noch essen lernen. Damit er Eis schlecken, Kekse knabbern und Pommes genießen kann. So wie jedes andere Kind auch. Bis heute wird er über eine Nahrungssonde ernährt, auch das eine Folge der frühen Geburt.
Wieso hat sie so ein Kind genommen? Ein Kind, das einen immer brauchen wird, das man nie wieder loslassen kann und das einen auch nie wieder loslässt, egal, wie alt man wird. Simone G. zuckt mit den Schultern. "So schwer ist es doch gar nicht. Bei gesunden Kindern macht man ständig Druck: ,'Kümmere dich um die Schule', ,'Übe dein Instrument', ,'Räume dein Zimmer auf'. Bei behinderten Kindern erwartet man nichts und freut sich über jeden Erfolg doppelt."
Tim bringt viel Freude. Manchmal geht sein Vater mit ihm und seinen Brüdern zum Basketball im Nachbarort. Die Dragons spielen in der ersten Liga. Tim jubelt über jeden Korb, lacht und klatscht. Und reißt mit seiner Begeisterung alle mit.
Das Leben der G.s hat sich verändert, seit ihrer Entscheidung vor zwölf Jahren. Familie und Freunde haben damals gesagt: "Ihr seid verrückt." Doch Simone und Bernd G. taten, was sie immer schon wollten. Sie gründeten eine große Familie. Schon vor der Hochzeit war klar: "Wir wollen mindestens fünf Kinder, eigene und Pflegekinder." Woher der Wunsch kam, das wissen sie nicht mehr. Er war einfach da. Besonders gläubig sind sie nicht. "Und ein Helfersyndrom haben wir auch nicht", lacht Bernd G., der als leitender Lebensmitteltechniker arbeitet, von morgens acht bis abends um sechs Uhr.
"Na mein Schatz, wie war es in der Schule?", fragt Papa Bernd, wenn er nach Hause kommt. Tim gibt ein paar grunzende Geräusche von sich, schiebt sich ganz dicht an seinen Vater heran, klopft ihm auf die Schultern. Dann dasselbe Ritual bei Mutter Simone, nur ohne Schulterklopfen. Die sagt lächelnd: "Er mag eher Männer. Ich weiß auch nicht, warum."
"Wir wissen, dass Tim weiß, wer wir sind, und das reicht"
Sprechen hat Tim bis heute nicht gelernt. Nur manchmal kommen ein paar Geistesblitze. Einmal sagte Tim: "Hier bin ich." Alle drehten sich um und staunten. Doch er hatte es schon wieder vergessen. Ein anderes Mal rief er "Mama und Papa". Doch auch diese Worte verschwanden wieder. Bernd G. ist es egal. "Wir wissen, dass Tim weiß, wer wir sind, und das reicht." Zurzeit kennt er den Namen des Hundes. Leo heißt er. Tim schreit: "Eo, eo!" Und ruft "Tschüs", wenn morgens der Schulbus hupt.
So glücklich ist die Familie mit Tim, dass der Familienrat vor fünf Jahren beschloss, noch ein Kind aufzunehmen. "Junge oder Mädchen?", darüber gab es damals Streit. Mutter Simone setzte sich durch. "Wir bekommen eine Schwester, so wie unser Tim", freute sich Sohn Pablo und hüpfte durchs Wohnzimmer. Und so kam Tochter Lissy, heute 9, zu den G.s. Auch sie hat das Down-Syndrom. Ihre Mutter hatte sie gleich nach der Geburt in ein Kinderheim gegeben. Tim liebt seine kleine Schwester. Sie ist jetzt Familie.
*Name von der Redaktion geändert
URL:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,685454,00.html
MEHR AUF SPIEGEL ONLINE:
Fotostrecke: "Hier bin ich"
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-53166.html
© SPIEGEL ONLINE 2010
Donnerstag, 25. März 2010
Montag, 22. März 2010
208 mal pures Glück
Norbert Wilhelmi, ein ganz lustiger und netter Mensch, hat den Mauerwegslauf mit der Kamera begleitet und seine Fotogalerie wurde bereits heute auf Runner`s World veröffentlicht.
Beim Durchsehen der Bilder ist mein Herz manchmal gleich schneller geschlagen, weil es so schön war. Ich hoffe, dass das Glück und die Freude der Menschen auch diejenigen erreicht, die nicht selber dabei waren. Schaut mal rein, beim Norbert, nämlich hier: << click! >>
Beim Durchsehen der Bilder ist mein Herz manchmal gleich schneller geschlagen, weil es so schön war. Ich hoffe, dass das Glück und die Freude der Menschen auch diejenigen erreicht, die nicht selber dabei waren. Schaut mal rein, beim Norbert, nämlich hier: << click! >>
Sonntag, 21. März 2010
Zum 5. Welt Down-Syndrom Tag am 21.03.2010

Ach, was für ein Wochenende! Es war einfach nur großartig. Viele tolle Menschen wiedergesehen, neue wunderbare Menschen kennengelernt. Unmengen von Fotos gemacht, und einfach nur eine tolle Zeit gehabt. Wenn ich die Fotos alle gesichtet habe, werde ich auch welche posten. Nun bin ich erst einmal müde, kaputt, voller Eindrücke nicht fähig, Worte zu finden- glücklich.
und gebt dann als Suchwort "Down Syndrom" ein; dann ist es der erste Videomitschnitt mit dem Namen "Down-Syndrom-Staffel in Berlin".
Auch hier:
http://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/archiv.media.%21etc%21medialib%21rbb%21rbb%21abendschau%21abendschau_20100321_marathon.html
Wie wunderbar, dass ich dabei sein konnte.
Montag, 15. Februar 2010
Welt Down-Syndrom-Tag am 21.03.2010 - eine irre Idee nimmt ihren Lauf-
...so lautete der Anfangssatz der letzten Pressemitteilung zum Projekt der Down-Syndrom Marathonstaffel am Welt-Down-Syndrom-Tag am 21.03.2010.
Zusammen mit der Lebenshilfe Berlin und vielen anderen Beteiligten, vor allem aber freiwilligen Helferinnen und Helfern, wird als Aktion zum 5. Welt Down-Syndrom-Tag, dem 21.03. 2010, eine Ultra Marathonstaffel auf dem Verlauf der früheren Berliner Mauer zusammen mit immer einem Marathoni mit Down-Syndrom laufen. "Und das im 21. Jahr nach dem Mauerfall. Wenn das den Marathonis nicht Glück bringt!"
Für die 156 km lange Strecke sind ca. 28 Stunden einkalkuliert. Von Seiten der Ultraläufer, die sich dem Tempo der Sportler mit Down-Syndrom anpassen werden, sind beeindruckend bekannte Läufer dabei. Nicht nur aus Deutschland, sondern vielmehr auch aus England, Canada und der Schweiz.
Ich werde Teilstücke des Laufes mit einem Marathoni begleiten, wie lange ich genau laufen werde, steht noch nicht ganz fest. Anitas Vorschlag war 4 Stunden.....na dann schauen wir mal! ;-) Aber dass ich dabei sein kann, das ist etwas ganz besonderes. Ich freue mich darüber riesig und bin wahnsinnig stolz. Das wird was ganz großes, und ich hoffe wir können viel bewegen.
Nicht nur die "Mauer aus drei Original-Mauersteine des Mauerstein-Dominos vom 20. Mauerfall-Jubiläums, die durch die Läufer zum Start „durchbrochen“ wird, um den Fall der gesellschaftlichen Denkmauer ggü. Menschen mit geistiger Behinderung zu symbolisieren."
Zusammen mit der Lebenshilfe Berlin und vielen anderen Beteiligten, vor allem aber freiwilligen Helferinnen und Helfern, wird als Aktion zum 5. Welt Down-Syndrom-Tag, dem 21.03. 2010, eine Ultra Marathonstaffel auf dem Verlauf der früheren Berliner Mauer zusammen mit immer einem Marathoni mit Down-Syndrom laufen. "Und das im 21. Jahr nach dem Mauerfall. Wenn das den Marathonis nicht Glück bringt!"
Für die 156 km lange Strecke sind ca. 28 Stunden einkalkuliert. Von Seiten der Ultraläufer, die sich dem Tempo der Sportler mit Down-Syndrom anpassen werden, sind beeindruckend bekannte Läufer dabei. Nicht nur aus Deutschland, sondern vielmehr auch aus England, Canada und der Schweiz.
Ich werde Teilstücke des Laufes mit einem Marathoni begleiten, wie lange ich genau laufen werde, steht noch nicht ganz fest. Anitas Vorschlag war 4 Stunden.....na dann schauen wir mal! ;-) Aber dass ich dabei sein kann, das ist etwas ganz besonderes. Ich freue mich darüber riesig und bin wahnsinnig stolz. Das wird was ganz großes, und ich hoffe wir können viel bewegen.
Nicht nur die "Mauer aus drei Original-Mauersteine des Mauerstein-Dominos vom 20. Mauerfall-Jubiläums, die durch die Läufer zum Start „durchbrochen“ wird, um den Fall der gesellschaftlichen Denkmauer ggü. Menschen mit geistiger Behinderung zu symbolisieren."
Wenn ihr in Berlin seid oder aus der Umgebung - kommt vorbei und sagt hallo! Wir alle freuen uns darauf.
Schaut mal einfach hier:
***
Aus der Pressemitteilung:
„Eine irre Idee nimmt ihren Lauf“
Die 160-km-DownSyndrom-Marathonstaffel auf dem Berliner Mauerweg und das inklusive Breitensportfest für Menschen mit und ohne Behinderung am 21.3.2010 im Ludwig-Jahn-Sportpark - Zwei Veranstaltungen im Rahmen von 50 Jahre Lebenshilfe Berlin
Die Sportstadt Berlin bietet am 21.3.2010 (dem Welt-DownSyndrom-Tag) ein besonderes Highlight: die 160-km-DownSyndrom-Mauerstaffel. Sportlerinnen und Sportler mit Trisomie 21 (DownSyndrom) aus ganz Deutschland laufen als Staffel 160 km um ganz West-Berlin und bestimmen in den ca. 28 Stunden das Tempo. Begleitet werden Sie von ihren Laufpaten, sowie 25-30 deutschen, englischen und amerikanischen Ultraläufern, die die 160 km in einem Stück laufen. „Das Ziel ist, mit dieser großen physische Leistung ein Zeichen für die Leistungsfähigkeit von Menschen mit geistiger Behinderung zu setzen. Der Lauf soll helfen, (gesellschaftliche Denk-) Mauern zu durchbrechen“, so Stefan Schenck, Vorstand des Sportclub Lebenshilfe e.V.
Am 21.3.2010 gegen 12.00 Uhr werden alle Läufer/innen gemeinsam im Ludwig-Jahn-Sportpark die Ziellinie überqueren, begrüßt durch den Schirmherrn der Aktion, Sportsenator Dr. Ehrhardt Körting. Zeitgleich mit dem Zieleinlauf der DownSyndrom-Mauerstaffel organisieren die Lebenshilfe Berlin e.V. und der Sportclub Lebenshilfe e.V. (Mitglied im Behindertensportverband Berlin e.V.), quasi als Aktiv-Rahmenprogramm für die Zuschauer/innen, das erste inklusive Sportfest für alle Menschen mit und ohne Behinderung von 5 bis 75 Jahren im Ludwig-Jahn-Stadion. Neben den klassischen Leichtathletikdisziplinen (Weitsprung, Sprint, Ballweitwurf und Hürdenlauf) werden alle TeilnehmerInnen mit den Mauerstaffel-Läufern die letzten 500m gemeinsam ins Ziel laufen. Unter der Leitidee der „Inklusion“ sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Sportlern jeden Alters mit und ohne Behinderung möglich machen, mit Spaß und Einsatz ihr Können unter Beweis zu stellen, sich untereinander zu messen und individuelle Bestleistungen zu erzielen. Gerechnet wird mit ca. 400 Teilnehmern mit und ohne Behinderung. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Spende an die Lebenshilfe Berlin e.V. zum 50. Geburtstag ist jedoch erwünscht. Zum Abschluss erhält jeder Sportler eine Urkunde und eine Medaille für die erfolgreiche Teilnahme und als Würdigung seiner individuellen Leistungen überreicht. Abrunden soll den ereignisreichen Sportsonntag eine After-Run-Party mit DJ Papa Joe mit allen Sportlern, die noch immer Kraft zum Tanzen haben. Gesprächspartner im Rahmen der Pressekonferenz „50 Jahre Lebenshilfe Berlin“: - Stefan Schenck, Projektleiter Mauerlauf der Lebenshilfe Berlin e.V., Vors. Sportclub Lebenshilfe e.V. - Thomas Kaupel, Rennleiter der 160km-DownSyndrom-Mauerstaffel
Ablaufplan für die Medien mit Fotomotiven und Interview-Gelegenheiten:
20.03.2010
7.45 Uhr im Mauerpark am Amphitheater (ca. 150m von der Bernauer Str.): Grußwort Anita Kinle, Gründerin des Laufclub 21 für Menschen mit DownSyndrom Grußwort Rainer-Maria Fritsch, Staatssekretär für Soziales (der auch die ersten 10 km mitlaufen wird)
ca. 7.55 Uhr Startschuss der 160km-DownSyndrom-Mauerstaffel durch StS Fritsch; Fotomotiv: eine Mauer aus drei Original-Mauersteine des Mauerstein-Dominos vom 20. Mauerfall-Jubiläums wird durch die Läufer zum Start „durchbrochen“, um den Fall der gesellschaftlichen Denkmauer ggü. Menschen mit geistiger Behinderung zu symbolisieren.
„rasende Reporter“: Alle Medienvertreter sind herzlich eingeladen ein erstes Teilstück mitzulaufen. Das Tempo wird auf langsame 6 km/h geschätzt. Der erste Verpflegungspunkt ist der S-Bahnhof Wollankstr. nach 3 km. Der weitere Ablauf lässt sich anhand der Liste aller Verpflegungspunkte erkennen.
21.03.2010
10.30 Uhr Eröffnung inklusive Breitensportfest für Menschen mit und ohne Behinderung im Ludwig-Jahn-Stadion
ca. 11.00 Uhr 30 Min. vor Ankunft der 160km-Marathonstaffel im Ziel, gehen alle Teilnehmer des Breitensportfestes, der Läufergruppe 500 bis 1.000 m bis in den Mauerpark entgegen, um dann gemeinsam bis ins Ziel zu laufen. Die Ankunftszeit ist geschätzt und kann aufgrund vieler Faktoren um bis zu 1 Std. nach vorne oder hinten abweichen! Erst im Laufe des Morgens am 21.03. kann eine genauere Ankunftszeit unter 0171/ 452 752 6 erfragt werden!
ca. 11.30 Uhr Fotomotiv: einmaliges Zielfoto: mehrere hundert Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung, jung und alt, groß und klein, durchtrainiert und untrainiert überqueren gemeinsam die Ziellinie im Ludwig-Jahn-Stadion. anschl. Beglückwünschung aller Teilnehmer durch den Schirmherren Dr. Ehrhardt Körting. anschl. Abschluss der Wettkämpfe des Rahmenprogramm-Sportfestes anschl. Fotomotiv: Medaillen- und Urkunden-Verleihung an alle Teilnehmer ca. 12.30 Uhr Pressekonferenz im großen Raum oben hinter der Haupttribüne Teilnehmer: Schirmherr Senator Dr. Körting, Anita Kinle/ Laufclub 21, Andreas Porten/ Lebenshilfe Berlin, Stefan Schenck/ Sportclub Lebenshilfe, 2 Staffelläufer der 160km-DownSyndrom-Mauerstaffel) anschl. Interview-Termin: Übergang der PK in ein „get-together“ für Läufer-VIPs-Sponsoren und Pressevertretern mit einem kleinen Buffet ca. 13.30 Uhr after-run-party mit DJ Papa Joe.
Mehr Informationen (z.B. zu Teilnehmern, Zeitplan, Sponsoren, den organisierenden Vereinen) erhalten Sie auch auf http://www.down-syndrom-marathonstaffel.de/
Dank an die Unterstützer: Behindertensportverband Berlin e.V. ● Berliner Verkehrsbetriebe ● die gesellschafter ● Kulturprojekte Berlin GmbH ● Senatsverwaltung für Inneres und Sport ● zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer
Sonntag, 14. Februar 2010
Ein Wochenende der besonderen Art
Gerade nun bin ich zurückgekehrt, nach einem Wochenende voller Eindrücke und Gedankenanstöße und glücklich darüber, phantastische Menschen nun erneut auch einmal persönlich kennengelernt zu haben. Menschen, die ich von Bildern schon seit ungefähr 2 Jahren kenne. Wieder einmal habe ich mich dabei erwischt, dass ich sie alle für alte Freunde halte, obwohl ich sie doch nur von Bildern kenne! ...und wenig Hemmungen habe, gleich drauflos zu plappern. Das lästige Kennlern-Smalltalk-Unwichtig-Ritual kann einfach übersprungen werden und es ist nicht, als hätte man sich noch nie gesehen - nein, es ist als träfe man alte Freunde wieder. Ich weiß, dass sie ihr Herz am rechten Fleck haben. Hach, wie gut es getan hat.
Eindrücke:
Ich kann laufen so wie Du, und ich laufe auf Dich zu!
Schnee, Schnee, Schnee - auch in Bayern!
Samstag morgen, 8:30h - Startschuß zum 3 Stunden Training für den Mauerweglauf! (Dazu später mehr)
Die liebevoll hergerichtete Verpflegungsstation mit warmem Tee, Traubenzucker, und allem was das Läuferherz begehrt!
Marliese und Micha - ihr Lachen steckt einfach an!
Immer schön Striche für gelaufene Runden machen...
Stilleben.
Glücklich.
Freitag, 5. Februar 2010
Welt-Down Syndrom Tag am 21.03.2010....
Das Klinikum Niederberg in Velbert hat wieder tolle Dinge organisiert zum diesjährigen Welt-Down Syndrom Tag; schaut mal <<<hier>>>:
(letztes Jahr war ich da, und es war definitiv ein besonderer Tag, mit besonders tollen Menschen, die ich dort treffen durfte!!!)
Markt der Möglichkeiten
Datum: 21. März 2010
Beginn: 10:00 Uhr
Ende: 17:00 Uhr
Zweite Auflage des im letzten Jahr sehr erfolgreich durchgeführten Marktes der Möglichkeiten, der wieder die Vielfalt der Angebote für Kinder mit Down-Syndrom aufzeigen soll. In diesem Jahr werden wir mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10:00 Uhr beginnen
Unser Tagesprogramm:
•Therapeuten unserer Down-Syndrom Ambulanz informieren an Ständen über ihre Tätigkeit
•Vorträge von Ärzten und Therapeuten u.a.
Prof. Dr. Ute Pröschel, Chefärztin der Pädaudiologie Datteln
Sprachentwicklung und unterstützte Kommunikation bei Kindern mit Down-Syndrom
.
Jörg R. Prüß, Castillo Morales Zentrum, Mülheim
Die Castillo Morales Therapie mit praktischen Beispielen
.
Dr. Ulrike Kienzler, Kieferorthopädin, Velbert
Thema folgt
.
Michael Wodtke, Sachgebietsleiter Finanzamt Wuppertal-Barmen
Steuerrechtliche Besonderheiten bei Angehörigen mit Behinderung
.
Christoph Hörter, Osteopath, Essen:
Was kann Osteopathie bei Kindern mit Down-Syndrom bewirken?
.
Markus Schulze-Hötzel, Logopäde, Bochum
Theraplay, eine direkte Spieltherapie als Hilfe in der Logopädie
.
Frauke Krieger, Ärztin, Hasslinghausen
Anzeichen und Diagnose von Zöliakie und anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten
.
•Einige Redner werden vor und nach Ihrem Vortrag noch in einem Bereich des Hauses ausführlich über Ihre Tätigkeit informieren
Darüber hinaus bieten wir an:
•Fotoausstellung von Conny Wenk
•Kinderaktivitäten mit dem Zentrum für entspanntes Lernen, Wuppertal
•Rehatechnik, Hilfsmittel, Bücher, Spielwaren, Lernsoftware
•Die Marathonis stellen sich vor
•Filmvorführungen
•Café mit leckeren Kuchen
•Frische Crepes vom Förderverein der Kinderklinik
•Das Internet Down-Syndrom-Forum stellt sich vor
•Der Kinderchor "Die Ölbergkinder" singt
•und vieles mehr.....
(letztes Jahr war ich da, und es war definitiv ein besonderer Tag, mit besonders tollen Menschen, die ich dort treffen durfte!!!)
Markt der Möglichkeiten
Datum: 21. März 2010
Beginn: 10:00 Uhr
Ende: 17:00 Uhr
Zweite Auflage des im letzten Jahr sehr erfolgreich durchgeführten Marktes der Möglichkeiten, der wieder die Vielfalt der Angebote für Kinder mit Down-Syndrom aufzeigen soll. In diesem Jahr werden wir mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10:00 Uhr beginnen
Unser Tagesprogramm:
•Therapeuten unserer Down-Syndrom Ambulanz informieren an Ständen über ihre Tätigkeit
•Vorträge von Ärzten und Therapeuten u.a.
Prof. Dr. Ute Pröschel, Chefärztin der Pädaudiologie Datteln
Sprachentwicklung und unterstützte Kommunikation bei Kindern mit Down-Syndrom
.
Jörg R. Prüß, Castillo Morales Zentrum, Mülheim
Die Castillo Morales Therapie mit praktischen Beispielen
.
Dr. Ulrike Kienzler, Kieferorthopädin, Velbert
Thema folgt
.
Michael Wodtke, Sachgebietsleiter Finanzamt Wuppertal-Barmen
Steuerrechtliche Besonderheiten bei Angehörigen mit Behinderung
.
Christoph Hörter, Osteopath, Essen:
Was kann Osteopathie bei Kindern mit Down-Syndrom bewirken?
.
Markus Schulze-Hötzel, Logopäde, Bochum
Theraplay, eine direkte Spieltherapie als Hilfe in der Logopädie
.
Frauke Krieger, Ärztin, Hasslinghausen
Anzeichen und Diagnose von Zöliakie und anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten
.
•Einige Redner werden vor und nach Ihrem Vortrag noch in einem Bereich des Hauses ausführlich über Ihre Tätigkeit informieren
Darüber hinaus bieten wir an:
•Fotoausstellung von Conny Wenk
•Kinderaktivitäten mit dem Zentrum für entspanntes Lernen, Wuppertal
•Rehatechnik, Hilfsmittel, Bücher, Spielwaren, Lernsoftware
•Die Marathonis stellen sich vor
•Filmvorführungen
•Café mit leckeren Kuchen
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•Das Internet Down-Syndrom-Forum stellt sich vor
•Der Kinderchor "Die Ölbergkinder" singt
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Mia wurde im Juli 2007 geboren. Der nach 2 Tagen geäußerte Verdacht eines Chromosomendefektes bestätigte sich nach einer Woche: Mia hat das 21. Chromosom dreimal, Trisomie 21, bekannt als Down-Syndrom. Mit diesem Blog wollten wir alle Interessierten ursprünglich einladen, an Mias Entwicklung und wie sie die Welt entdeckte, teilzunehmen.
Mia verstarb am 24.04.2008 um 22.35h -nach 7-wöchigem Krankenhaus-aufenthalt- an den Folgen einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), wahrscheinlich verursacht durch ihren angeborenen Herzfehler, ein großer ASD II. Sie wurde nur 9,5 Monate alt. Mia`s letzte Reise kann man hier direkt nachlesen.
Auch wenn Mia nicht mehr hier ist, ist sie immer in unseren Herzen. Dieses blog bleibt solange bestehen, wie wir meinen, dass es informieren und helfen kann. Viel zu viele Menschen haben ein völlig falsches oder gar kein Bild von Menschen mit Down Syndrom. Das wollen wir ändern, so wie Mia es uns gelehrt hat.
Mia verstarb am 24.04.2008 um 22.35h -nach 7-wöchigem Krankenhaus-aufenthalt- an den Folgen einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), wahrscheinlich verursacht durch ihren angeborenen Herzfehler, ein großer ASD II. Sie wurde nur 9,5 Monate alt. Mia`s letzte Reise kann man hier direkt nachlesen.
Auch wenn Mia nicht mehr hier ist, ist sie immer in unseren Herzen. Dieses blog bleibt solange bestehen, wie wir meinen, dass es informieren und helfen kann. Viel zu viele Menschen haben ein völlig falsches oder gar kein Bild von Menschen mit Down Syndrom. Das wollen wir ändern, so wie Mia es uns gelehrt hat.
