Samstag, 20. Juni 2015

Lieber Mitmensch! (Ein Blogpost von "Papa b(l)oggt"

Papa b(l)oggt
Lieber Mitmensch,
ich bin ein Elternteil eines behinderten Kindes.
Anfangs war ich überwältigt, irritiert, mein Herz war gebrochen und ich kämpfte darum die vor mir liegenden Komplexitäten zu verstehen.
Bitte urteile nicht über mich wenn ich nicht immer Zeit habe an Kinderfesten, Elterntreffen oder öffentlichen Feiern teilzunehmen.
Bitte nimm Dir einen Moment um zu verstehen warum ich nicht die Zeit auf einen Kaffee habe oder warum ich die Einladung zum Essen nicht annehmen kann.
Obwohl wir uns eventuell oft über den Weg liefen, sei es im Supermarkt, am Kindergarten oder der Schule glaube ich nicht dass Du mich tatsächlich kennst.
Ich kann sogar dafür garantieren dass Du mich nicht wirklich kennst denn so wie mein Kind, bin auch ich anders.
Ich war im Überlebensmodus um meine Familie intakt zu halten und versuchte meinem Kind ein wundervolles Leben zu ermöglichen.
Ich musste Entscheidungen treffen die mich innerlich zerrissen und welche mich Nächtelang wach hielten.
Mehrere Tage der Wochen verbrachte ich bei Ärzte und Therapien und Abends informierte ich mich über Behandlungsmöglichkeiten und Informationen über Medikamente.
Ich war isoliert, denn Makel, Un- und Missverständnisse sind die Seuche unserer Zeit!
Ich lernte Prioritäten meines Lebens anders zu setzen und Dingen einfach Ihren lauf zu lassen.
Ich lernte meine Umwelt mit Mitgefühl zu betrachten statt über Jemanden zu reden und ich lernte die hässlichen Kommentare und Blicke zu ignorieren.
Ich tat bislang das beste was ich konnte.
Ich überlebte bis hier hin alles.
Ich bin einer der Glücklichen dessen Kind aufgeblüht ist und alle Erwartungen übertroffen hat.
Ich bin stark geworden, ich bin zuversichtlich geworden und ich kämpfe leidenschaftlich für Alleinerziehende und Eltern von besonderen Kindern.
Ich Bitte Dich:
Das nächste mal wenn Du eine Mama oder einen Papa siehst die sich mit Ihrem wütendem Kind mühen, einem Kind das Angst vor bestimmten Situationen hat, einem Kind das komische Bewegungen oder Geräusche macht, ein Kind das augenscheinlich in seiner eigenen Welt lebt …. sei human, sei freundlich.
Schenk dieser Mama/diesem Papa ein anerkennendes lächeln für das was der Elternteil durchmacht.
Vielleicht kannst Du sogar fragen ob Du etwas tun kannst, reich Ihnen die Hand oder biete an ein Stück mit Ihnen zu gehen.
Das nächste mal wenn Du eine Geburtstagsfeier für Dein Kind organisierst bedenke dass es auch ein Kind ist dass schwere, sehr sensible Zeiten durchlebt und bereits sozial-problematische Situationen erlebt hat.
Bitte sende dem Kind ebenfalls eine Einladung, auch in dem Wissen dass es womöglich gar nicht teilnehmen kann aber gib ihm das Gefühl einbezogen zu sein.
Falls das Kind doch kommt, auch wenn es nur Kurz ist, gib Ihm das Gefühl willkommen zu sein.
Wenn die Eltern absagen müssen, vielleicht kannst Du gar ein Treffen zum spielen für ein anderes mal anbieten?
Das nächste mal wenn Du Hausaufgaben kontrollierst und bewertest, versuche in Gedanken mit einzubeziehen dass ein Kind gekämpft hat.
Manche haben Lernbehinderungen, manche sind aufgrund einer Krankheit erschöpft und mache haben einen drang nach Perfektion.
Die Perfektion besteht nicht daraus die exakt definierte Antwort parat zu haben, die Perfektion besteht darin zu „fühlen” ob die Antwort richtig ist.
Es gibt Kinder die opfern Stunden für das was andere Kinder in 10 Minuten erledigen.
Ein Aufgabenblatt, durchzogen mit roten Strichen und Kommentaren, bricht das Herz eines Kindes, es fühlt sich an wie ein Schlag, mindert das Selbstwertgefühl dieses Kindes und fördert die Angst vor Aufgaben und womöglich der Schule.
Bedenke vor einem Anruf was in diesem Kind ausgelöst wird wenn es auf dem Telefon die Nummer der Schule sieht. Bedenke den Eltern mitzuteilen welche Fortschritte Ihr Kind macht statt auf den Defiziten herum zu reiten.
Bevor Du anrufst, nimm Dir eine Minute und ruf Dir ins Gedächtnis dass die Eltern Dich für das schätzen und anerkennen was Du tust und dass die Eltern ebenfalls an einer gemeinschaftlichen zusammenarbeit in Bezug auf die Bildung ihres Kindes interessiert sind.
Das nächste mal wenn Du mit Deinen Kollegen im Lehrerzimmer sitzt, diskutiere nicht über das Kind. Äussere keine negativen Kommentare über die Elternschaft oder das Verhalten dieses Kindes, Du weißt wie schnell das in die Öffentlichkeit und an andere Eltern heran getragen wird.
Beim nächsten zusammentreffen der Mitarbeiter der Kultusministerien, berücksichtigt dass Inklusion nicht nur ein Wort ist.
Es ist kein notwendiges übel das berücksichtigt werden muss.
Es ist ein Menschenrecht.
Stehe dafür ein, steh auf, trete dafür ein und sei Überzeugt davon – schau über den Tellerrand hinnaus und findet einen Weg diesen Kindern die Möglichkeit zu geben Bildung zu erleben und zu ermöglichen. Schenkt Ihnen die Möglichkeit der Bildung und diskutiert nicht über deren Störungen.
Das nächste mal wenn Ihr den Lehrplan diskutiert bedenkt bitte auch die unterschiedlichen Interessen und Obsessionen.
Fördert die Interessen anstatt einen Unterricht durch einen anderen Unterricht zu ersetzen. Wenn Kinder Musik lieben dann lasst Ihnen diese Stunde Musik statt sie durch Mathematik zu erstzen.
„Think outside the Box” – wie es deren Eltern ebenfalls machen!
Das nächste mal wenn Du ein Kind im Rollstuhl siehst das nicht reden, nicht sprechen kann oder unontrollierte Bewegungen macht – starre es nicht an, schau nicht weg – sei natürlich – sag Hallo!
Glaub nicht dass das Kind das nicht wahr nimmt, dass das Kind es nicht versteht nur weil es sich nicht artikulieren kann.
Glaub nicht dass ein Kind nicht spürt was Du fühlst.
Nimm Dir einen Moment Deines Tages und zeig Menschlichkeit, Freundlichkeit und schenk der Mama oder dem Papa auch ein herzliches lächeln.
Das nächste mal wenn Dein Kind nach Hause kommt und Dir erzählt dass das andere, behinderte Kind so komisch ist, nimm Dir die Zeit Deinem Kind die Unterschiede zu zeigen und zu erklären.
Nimm Dir die Zeit über Respekt, Toleranz, Akzeptanz und Behinderungen zu reden.
Bedenke dass Du ein Vorbild bist und dass Dein Kind von Dir lernt.
Sein ein Vorbild, zeig Respekt und vermeide Lästerei.
Das nächste mal wenn Du einen Kommentar darüber hörst wie „unstylish” oder „unmodern” ein Kind gekleidet ist, sprich über verschiedene und empfindliche Wahrnehmungen.
Manche Kinder sind empfindlich gegenüber gewissen Stoffen und Textilien.
Stell Dir einmal vor wie Du dich mit Einlagen in Deinen Stilettos oder einem engen Gestell unter Deiner Kleidung fühlen würdest.
Das nächste mal wenn Du ein zorniges Kind siehst, zieh keine Rückschlüsse auf schlechte Eltern.
Verstehe dass es viele Hintergründe für diese Störung haben könnte.
Organisch, Biologisch und dass eine echte Krankheit dahinter steckt.
Wir sind die Generation die dieses „Stigma” beseitigen und eine Welt der Akzeptanz schaffen können!
Das nächste mal wenn andere Eltern über „diese Kinder” sprechen, sei unser Held und erhebe Dich für uns.
Das nächste mal wenn Du ein behindertes Kind siehst, hab im Hinterkopf dass es nicht nur behindert ist sondern vor allem ein Kind!
Nehmt euch die Zeit und lernt unsere Kinder kennen!
Nehmt euch die Zeit uns kennen zu lernen!

Freitag, 19. Juni 2015

Liebe. Sehnsucht. Leben. Und Loslassen.

Loslassen konnte ich schon immer schlecht. Bereits als Jugendliche hat es mich sehr beschäftigt, dass ich Momente, Situationen nicht festhalten konnte. Das hat auch in jungen Jahren zu meinem ersten Tattoo geführt - ich wollte einen Bereich meines Lebens für immer festhalten. Auf meiner Haut. Quasi unveränderbar.

Immer wenn das Leben so schön ist, oder so traurig, wenn es eben das Leben ist - dann lässt mich das manchmal ganz schön verzweifelt zurück - weil ich weiß, dass kein Moment so wiederkommt. Deswegen schrieb ich damals alles auf hier, 1 Jahr nach Mia´s Tod, wollte ich jeden Tag mit ihr festhalten. Deswegen schrieb ich ständig in Julius´Schwangerschaft und seinen ersten Lebensmonaten. 

Loslassen. Darin musste ich mich üben.

Und so ließ ich auch mein virtuelles Zuhause hier los, das Leben nahm mich einfach mit auf die Reise, und ich tauchte ein. Aber in letzter Zeit, da gab es so viel - so vieles was ich festhalten möchte. Für einen besonderen Bereich meines Lebens kaufte ich mir also tatsächlich Anfang des Jahres eine Kladde und schrieb Briefe. Handschriftlich. Immer wenn mein Kopf vor Rauschen und Gedanken zu platzen drohte. Das hat auch toll funktioniert, aber letztlich ist es noch wieder etwas anderes.

Wie geht man um, mit einer Liebe, die manchmal so sehr schmerzt dass es das Herz zerreißt. Wie geht man um, mit der Schönheit des Augenblicks, denn man für immer festhalten will und doch nicht kann. Wie geht man um, mit dem Wissen, das nicht für immer bleibt? 

Mir fällt das sehr schwer. Bei mir wichtigen Menschen habe ich keine Gelassenheit mehr. Muss alles immer sofort erledigen, sofort sagen- dadurch habe ich schon das ein oder andere mal sehr viel Druck aufgebaut, weil ich immer denke, ich - oder der andere Mensch- könnte morgen nicht mehr da sein. Es ist mir wichtig, mein Kind abends ins Bett zu bringen, ihm zu sagen dass ich ihn liebe. Es schmerzt jeden Abend, dass ich meine Tochzer nicht ins Bett bringen kann. 

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mir selbst im Wege stehe, weil mir diese Dinge wichtig sind - was eigene Zeit angeht oder Freizeit- gerade was das Laufen angeht, komme ich zur Zeit zu nix. 

Aber dann, wenn ich abends neben meinem Kind im Bett liege und seinen ruhigen Atem höre, dann habe ich keine Angst. Dann tut mein Herz nicht weh, ob der verlorenen Dinge, der Momente voller Liebe und Freude in meiner Erinnerung, des Wissens dass Dinge nicht festzuhalten sind- auch wenn man es noch so sehr will. 

Es hilft nur, den Moment zu genießen, solange er währt. Und sich jeden Tag im loslassen zu üben. 

Und dankbar zu sein, dass ich Menschen kenne, die mir solch bewegende Texte zu schicken, und mich daran erinnern, was wichtig ist. Und viel wichtiger: mir zeigen, das sie an mich gedacht haben. 

Wünschen wir uns wirklich eine Welt ohne Menschen mit Behinderung?

Heute stolperte ich im Internet über diesen Artikel und fand ihn sehr schön.


Menschen mit Down-Syndrom"Wünschen wir uns wirklich eine Zukunft ohne Menschen mit Behinderung?"

Die isländische Fotografin Sigga Ella fotografiert Menschen, die alle eine Gemeinsamkeit haben: das Down-Syndrom. Ein Gespräch über deren Einzigartigkeit - und die Macht von Eltern.
Von Kathrin Stein
SZ: Frau Ella, Sie haben Menschen mit Down-Syndrom porträtiert. Warum?
Sigga Ella: In meiner Heimat Island kommen immer weniger Babys mit Down-Syndrom auf die Welt. Zwischen 2007 bis 2012 gab es 38 Föten mit erhöhtem Down-Syndrom-Risiko. In allen 38 Fällen wurde das Baby abgetrieben. Mich interessiert die ethische Dimension: Eltern habe heute eine enorme Macht. Sie können entscheiden, ob ein Baby leben soll oder nicht. Ich hatte eine liebenswerte Tante mit Down-Syndrom. Wenn ich an Tante Begga denke, frage ich mich schon: Warum sollten Menschen mit Down-Syndrom auf dieser Welt keine Daseinsberechtigung haben?
Viele Eltern, auch in Deutschland, entscheiden sich heute für eine Nackenfaltenuntersuchung und treiben dann ab. Sollten wir das verbieten?
Nein, das ist nicht der richtige Weg. Ich bin nicht gegen Pränataldiagnostik. Eltern haben ein Recht darauf zu erfahren, ob ihr Baby eine Behinderung haben könnte. Aber ich denke auch, dass es an der Zeit ist, innezuhalten und über die Folgen nachzudenken. Wünschen wir uns wirklich eine Zukunft ohne Menschen mit Behinderung? Und ich denke, dass wir mehr Aufklärung brauchen. Und zwar schon in der Schule. Das Down-Syndrom ist keine Krankheit und auch kein Fehler.
Sie haben ihre Modelle alle vor der gleichen Kulisse abgelichtet, einer bunten Blumentapete. Warum?
Ich habe nach einem schlichten, farbenfrohen Hintergrund gesucht, der die Menschen davor in den Mittelpunkt stellt. Und noch etwas wollte ich mit der Blumentapete zeigen: Ganz verschiedene Pflanzen können zusammenwachsen und gedeihen. Wieso sollten das nicht auch verschiedene Menschen können? Menschen mit Down-Syndrom werden oft so behandelt, als seien sie alle gleich. Ich wollte ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten zeigen. Obwohl sie alle das Syndrom haben, ist jeder von ihnen einzigartig.
Das Projekt trägt den Titel "First and Foremost I am". Was bedeutet das?
Das Zitat stammt von Halldóra Jónsdóttir. Sie ist Teil des Projekts. Halldóra hat das Down-Syndrom, sie studiert trotzdem, arbeitet in einer Bibliothek, ist Amateur-Schauspielerin, Musikerin und vieles mehr. Sie ärgert sich, wenn Menschen ihr die Daseinsberechtigung absprechen. Sie mag ihr Leben. Deshalb hat sie einmal gesagt: "Ich habe das Down-Syndrom, aber zuerst und vor alledem bin ich Halldóra."

Die Fotografin Sigga Ella hat 21 Menschen mit Down-Syndrom fotografiert. 

(Foto: Sigga Ella)
Wie war die Zusammenarbeit mit den Menschen mit Down-Syndrom?
Ich habe mit 21 Menschen zwischen neun Monaten und 60 Jahren gearbeitet.21, weil das 21. Chromosom das Down-Syndrom hervorruft. Meistens war ich mit ihnen allein und wir haben uns über die unterschiedlichsten Themen unterhalten. Ich habe ihnen nicht gesagt, was sie machen sollen, weil ich wollte, dass sie sich einfach nur wohlfühlen. Im richtigen Moment habe ich dann auf den Auslöser gedrückt. Die Emotionen, die man sieht, sind also real. Manchmal gibt es dieses wahre Glück.
Wie reagieren die Menschen auf Ihre Arbeit?
Ich erhalte sehr viel positives Feedback von den unterschiedlichsten Menschen weltweit. Es macht mich glücklich, dass mein Projekt die Leute dazu bringt, über ein solches Thema nachzudenken und zu diskutieren. Eltern, die ein Kind mit Down-Syndrom haben, würden es für nichts in der Welt eintauschen. Genauso wenig wie Eltern mit gesunden Kindern.

Zu den Bildern geht es hier: *click*


Quelle: [http://www.sueddeutsche.de/leben/menschen-mit-down-syndrom-wuenschen-wir-uns-wirklich-eine-zukunft-ohne-menschen-mit-behinderung-1.2513522] 


Montag, 15. Juni 2015

1. Mini-Kids-Trailrun!

Im Sauerlandpark fand am 31.05.2015 der 1. Mini-Kids-Trailrun statt, im Rahmen eines Trailruns und eines Treppenlaufwettbewerbs. Für die Kleinen galt es eine Strecke von 600m mit mehreren Hindernissen zu bewältigen. Das war ein Spaß! Julius und ich fuhren erst einmal hin und schauten uns das ganze Spektakel an. Zack, war er angemeldet - für 1 € Startgebühr :).

Die Eltern durften ihre Kinder begleiten, und Julius war richtig ernst bei der Sache! Es kam der Startschuss, wir flitzten los, zunächst über Heuballen, dann einen kleinen Berg auf einer mit Schmierseife versehenen Rutschmatte hoch, weiterlaufen, durch Feuerwehrschlauch-Wasser-Fontänen, dann ein Klettergerüst bewältigen und noch einmal einen Berg hoch und dann die asphaltierte Strasse wieder hinunter. Endspurt! Im Zielkorridor angekommen galt es noch ein Labyrinth aus Mülltonnen zu bewältigen und dann durch den Korridor unter dem Jubel von richtig vielen Zuschauern ins Ziel zu laufen! Dort wurden von dem diesjährigen "Deutschland sucht den Superstar"-Gewinner der Herzen, Antonio, die Medaillen umgehängt. Und dann, erstmal was trinken. 

Julius fand es toll! Auch wenn er etwas überwältigt von den vielen Menschen war. Ein toller Nachmittag, und ich bin sehr stolz. 


Dein erster Wettkampf, Deine erste Laufveranstaltung. Mit mir zusammen. 

Ich hoffe, wir werden noch viele folgen lassen!





Montag, 1. Juni 2015

Aktiv mit Kind.....mit BOB!

Ich durfte in 2013 für Britax Römer den BOB Ironman Kinderwagen bzw. -Jogger testen und dafür waren wir sehr dankbar! Wir haben insgesamt 3 Testberichte verfasst, die zunächst auf einem befreundeten Blog veröffentlicht wurden, da sie zunächst hier nicht hinpassten, inhaltlich. Ich möchte sei aber nun doch gerne noch hier nachtragen:

***

Testbericht 1- 24.10.2013:

Bereits vor einem Jahr las ich in einem amerikanischen Fitness-Blog über den BOB Ironman Jogger, den offiziellen Kinderwagen für den IRONMAN Triathlon; dieser ist zum Joggen & Skaten zugelassen. „Was für ein Traum“, dachte ich, denn ich selber wollte nach der Geburt meines Sohnes im Januar 2012 auch wieder laufen. Vor der Schwangerschaft war ich Marathon und auch einmal Ultra-Distanz (über 50km) gelaufen, und es ist meine Leidenschaft, mein Ausgleich.

Eine Aktion eines Fahrradanhänger-Anbieters, mit deren Anhänger man auch mit Kind joggen kann, kam mir da im August 2012 sehr entgegen – ich durfte in einem Team für und mit dem Anhänger beim Kölner Women´s Run starten. Mit meinem Kind mobil zu sein, fand ich klasse – allerdings hat mich immer schon das Ein- und Auspacken des Fahrradanhängers genervt. Denn zunächst musste man das Vorderrad abbauen, dann die beiden Stangen (die „Radaufhängung“) und dann konnte man ihn zusammenfalten. Auch musste man jedes Mal das Vorderrad wieder ausrichten, dadurch verlor ich alles in allem schnell die Lust. Das war alles zu aufwendig.
Ich las also über den BOB, und was meine Aufmerksamkeit sofort erregte, war das einfache Handling beim Zusammenfalten. Der BOB lässt sich mit 2 Handgriffen zusammenlegen und passt so in jeden Kofferraum. Das Vorderrad bleibt einfach dran. Und dadurch, dass er mit seinen 10 Kilogramm so unheimlich leicht ist, kann man ihn einfach blitzschnell und sehr komfortabel ein- und auspacken! Das kleine „Packmass“ war mir schon positiv aufgefallen, als der BOB geliefert wurde.
Der erste Aufbau gestaltete sich sehr einfach, der BOB ist eigentlich selbsterklärend. Wir haben lediglich den „Geradeaus-Lauf“ des Wagens getestet, und weil ich mich so über den BOB gefreut habe bin ich gleich mal auf der Straße Probe gelaufen! Die Anleitung habe ich nachher überflogen, einige wichtige Details fanden sich da noch, alles sehr verständlich geschrieben. Dann haben wir den Sohn hineingesetzt, und er fühlte sich gleich sehr wohl! Hier fielen mir weitere positive Dinge auf, wie z.B. das wirklich große Sichtfenster von oben, oder auch das extrem weit herunterklappbare Verdeck, das somit gleich als Sonnenschutz dienen kann.
Wir haben zunächst ein paar schnelle Spaziergänge mit dem BOB Ironman Jogger gemacht, die man aber auch als Power-Walking bezeichnen könnte. Der Wagen ist so unbeschreiblich leicht und dabei trotzdem stabil, er rollt ausgezeichnet – fast schon ohne Widerstand, und das trotz Luftbereifung! Die Sitzfläche ist groß, toll ge-polstert, und es gibt 2 Netzfächer, in die der Sohn etwas rein tun kann, z.B. ein Pixi-Buch oder ein Getränk. Es gibt einen Transportkorb unter dem Sitz, wir haben dort den Regenschutz gelagert, den wir noch optional bestellt hatten. Der Wagen ist toll gefedert und der Sohn findet ihn wunderbar!

Etwas erstaunt war ich jedoch über die Handbremse. Denn diese wirkt irgendwie billig und passt meiner Meinung nach nicht zu dem Gesamtbild des hochwertig verarbeiteten Wagens – da hätte ich eher eine Cantilever-Bremse oder ähnliches erwartet. Das ist das Einzige Minus, was ich bislang vergeben würde – und im zweiten Teil des Produkttests werde ich Euch erzählen, wie ich den Wagen denn nun in seiner Bestimmung – dem Joggen – bewerten würde. Dabei werden wir auf der Straße und im Wald unterwegs sein.
Bis dahin grüßt Euch Claudia.



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Wie versprochen möchte ich Euch heute meinen zweiten Testbericht liefern, denn nun hatte ich ja bereits einige Wochen Zeit um den BOB Ironman Jogger seiner Bestimmung nach zu testen.
Ich bin immer noch sehr begeistert und war mit dem BOB oft auf einem unserer Radwege in der Nähe unseres Hauses unterwegs. Es ist eine relativ gerade, gut asphaltierte Strecke, die durch einen Wald geht. Grundsätzlich habe ich den BOB immer zusammengefaltet im Kofferraum unseres Wagens deponiert und wenn ich umgezogen bin, schnappe ich mir meinen Sohn und wir gehen gemeinsam zum Parkplatz. Da der BOB ja mit zwei Handgriffen auseinandergefaltet ist, ist das kein Problem. Ich habe mir nun auch noch einen Fußsack besorgt, da hat der Sohn es schön kuschelig bei dem Wetter. Er findet es nach wie vor toll, im BOB spazieren gejoggt zu werden. Manchmal nehmen wir ein Buggy-Buch mit, das er sich während des Laufens ansehen kann, aber meistens wird ihm sowieso nicht langweilig. Auch etwas zu trinken oder zu essen kann ich wunderbar in den inneren Seitentaschen des Verdecks deponieren, das kann er sich dann selber nehmen. Und durch das große Verdeckfenster habe ich ihn immer gut im Blick. So merkte ich auch letztens, dass er während unseres Laufes eingeschlafen war, und ich konnte mit einer Hand die Rückenlehne etwas weiter in die Waagerechte bringen bzw. im Laufen mehr Rücksicht auf das schlafende Kind nehmen – wobei die tolle Federung des BOB da eigentlich keine besondere Rücksicht erforderlich macht. Grundsätzlich ist es aber so, dass die Sitzposition möglichst aufrecht sein sollte. In einer reinen Liegeposition würde ich mit dem schlafenden Kind nicht joggen gehen.
Ich bin sehr froh, dass wir diese Zeit gemeinsam verbringen können – denn neben meiner beruflichen Tätigkeit und dem Familienleben noch ein zeitintensives Marathontraining zu absolvieren, ist für mich manchmal recht schwierig. Umso mehr freut es mich, dass ich meinen Sohn einfach mitnehmen kann. Denn an die frische Luft wollen wir eh – ob ich nun dabei jogge oder spazieren gehe, macht dem Sohn nichts aus. Er findet es eher noch spannender, wenn wir ein wenig schneller über den Radweg laufen! Ich glaube, dass ich ohne den BOB manches Mal schon auf das Lauftraining zugunsten von Exklusiv-Zeit mit meinem Sohn verzichtet hätte.
Beim Joggen auf unserem Radweg an sich ist mir aufgefallen, dass ich mir eine „Fahrrad“-Klingel fehlt. Denn so kann man gut auf sich aufmerksam machen – bei uns benutzen auch viele Spaziergänger den eigentlichen Radweg. Das Laufen auf der Asphalt-Strecke ist relativ einfach. Der BOB rollt eigentlich von alleine, und den Bewegungsablauf des Laufens und gelegentlichen Anschiebens hatte ich schnell verinnerlicht.
Ich bin darauf gespannt, wie es mit dem BOB im Wald wird, denn als nächstes teste ich ihn auf Waldwegen, wo es auch schön bergauf und -ab geht – auf der Silvesterlaufstrecke in meiner Stadt nämlich. ;-) Darüber werde ich Euch im dritten Teil der Testserie berichten.
Bis dahin grüßt Euch Claudia.

(für BRITAX RÖMER Kindersicherheit GmbH und www.aktiv-mit-kind.de)
***
Im letzten Testbericht werde ich Euch nun meine Erfahrungen mit BOB beim Joggen auf Waldwegen schildern. 
Vorweg möchte ich natürlich darauf hinweisen, dass BOB eigentlich ein Straßenjogger ist. Für die Waldwege gibt es speziell konzipierte Wagen, wie z.B. den BOB Sport Utility Stroller – schaut einfach mal bei Interesse auf die Webseite „www.aktiv-mit-kind.de“.  Dennoch wollte ich den Wagen einmal auf Waldwegen testen, wenngleich das auch für mich nicht das Haupteinsatzgebiet des Joggers ist.
Die gute Federung und der für unseren Sohn sehr bequeme Sitz führen dazu, dass unser Sohn auch bei etwas holperigen Waldwegen gerne dabei ist. Auch das tolle Verdeck, was in vielen Varianten rauf oder runter geklappt werden kann, führt bei wechselnder Sonneneinstrahlung oder auch bei windigen Zeiten zu gutem Schutz im Wagen. Die Handbremse, durch die der BOB auch für das Joggen zugelassen ist, hilft bei leichten Gefällen enorm und verschafft ein Sicherheitsgefühl. Schwere Gefälle bin ich mit dem BOB nicht gelaufen. Ich denke allerdings nach wie vor bezüglich der Bremse, dass hier die Qualität besser sein könnte. Sie funktioniert natürlich, aber die Bremsbeläge müssen glaube ich recht schnell ersetzt werden und bedürfen immer mal der Kontrolle bzw. des besonderen Augenmerk.
Bergauf ist es natürlich anstrengend den Wagen zu schieben, aber auch das geht gut. Letztlich hätte ich im Gelände wohl nur etwas Bedenken wegen der Luft-Reifen – sollte ich öfters über Waldwege fahren würde ich wohl ein Reifenreparaturset für Fahrräder einpacken (Der Sport Utility Stroller hat Polymer-Reifen). Aber da mein BOB hauptsächlich von mir auf Asphalt genutzt wird, handelte es sich hier wohl lediglich um einen kleinen Ausflug im Wald. 
Anmerken möchte ich noch, dass beim BOB Ironman die Räder beim Einpacken in das Auto nicht abmontiert werden. D.h., ist man über schlammige Wege gefahren, könnte der Kofferraum etwas leiden – auch das ist wohl bei BOB Sport Utility Stroller anders, hier können die Reifen abgenommen werden. Insofern zeigt sich auch hier wieder der Zweck der verschiedenen Modelle.
Abschließend mein Fazit: Wir lieben den BOB nach wie vor und er bedeutet für uns alle ein Zugewinn an Lebensqualität. Der Wagen ist qualitativ und ein hochwertiges Produkt und begeistert in seinem Bestimmungszweck (Federung, Rollverhalten). Mit einer zusätzlichen Fahrradklingel ausgestattet, einem kuscheligen Fußsack und etwas Verpflegung für unterwegs haben wir schon tolle Touren gemacht. Nach wie vor begeistern mich das einfache Zusammenlegen des Wagens und das Verdeck, nachteilig finde ich die Qualität der Handbremse.
Und, für die Eltern mit Geschwisterkindern, hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass es den BOB in der Ironman- und Sport Utility-Version auch als Duallie-Version gibt? Schaut mal rein, wenn Ihr sportbegeistert mit Kind seid!
Bis dahin grüßt Euch Claudia.























(für BRITAX RÖMER Kindersicherheit GmbH und www.aktiv-mit-kind.de)

Samstag, 30. Mai 2015

Zum Women´s Run 2012 im Croozer Mamis & Friends-Team!

Beim Women´s Run in Köln laufe ich schon seit Jahren immer wieder sehr gerne mit. Als wir seinerzeit  - in 2012 - über die Anschaffung eines Fahrrad-Anhängers nachdachten, kam dieser Aufruf natürlich sehr passend:

Jetzt exklusive Plätze sichern: Croozer Mamis & Friends-Team: Mit Croozer Kid in Pink zum Women’s Run in Köln

Erstellt von Croozer am 20.06.2012
Rund 7.000 Frauen laufen am 11. August in pinkem Outfit beim ausverkauften Women’s Run durch die Kölner Innenstadt. Unterstützt vom Kinderfahrradanhänger Croozer Kid haben jetzt zehn Läuferinnen die Chance, die fantastische Atmosphäre hautnah zu erleben: Croozer und Women’s Run verlosen zehnmal je einen Startplatz im Team „Croozer Mamis & Friends“, das mit pinken Croozern ausgestattet auf die fünf Kilometer lange Strecke am Rhein geht.
Und so geht’s: Zur Teilnahme an der Verlosung müssen die Läuferinnen einfach eine E-Mail an womensrun@runnersworld.de schreiben und erzählen, warum sie auf jeden Fall ins „Croozer Mamis & Friends-Team“ gehören. Mitmachen können alle Mütter, Omis, Tanten, Freundinnen – kurz jede laufbegeisterte Frau, die beim Women’s Run in Köln an den Start gehen möchte und natürlich ein Kind (maximal ca. 6 Jahre/35 Kilogramm) mitbringt. Die Gewinnerinnen erhalten den Croozer bereits leihweise im Vorfeld und können ihn so ausgiebig im Training testen. Alle Infos zur Aktion gibt es auch bei Facebook unter www.facebook.com/croozer. Einsendeschluss ist der 4. Juli 2012.

Croozer im Women’s Village gewinnen
Wer nicht mitlaufen kann, hat die Riesenchance, einen Croozer Kid in Pink vor Ort zu gewinnen. Im Women’s Village, dem großen Eventbereich im Kölner Tanzbrunnen, wartet ein pinker Kinderfahrradanhänger am Croozer-Stand auf seine neue Besitzerin. Teilnehmen können an dieser Verlosung übrigens auch Väter.

Andreas Gehlen, Geschäftsführer vom Croozer-Vertrieb Zwei plus zwei, ist begeistert: „Der Women’s Run ist jedes Jahr ein tolles Fest für alle Läuferinnen aber auch für die ganze Familie, die die Teilnehmerinnen anfeuert. Familienmobilität liegt uns ganz besonders am Herzen und der Croozer Kid in Pink passt ideal zum Women’s Run.“

Bei der Farbwahl des Sondermodells hatten die Facebook-Fans von Croozer ein entscheidendes Wort mitzureden. Mehrheitlich hatten sie sich bei einer Umfrage die feminine Farbe Pink gewünscht – und Croozer hat diesen Wunsch nun zur neuen Fahrradsaison umgesetzt. Neben dem blauen Ein- und dem grünen Zweisitzer gibt es beide Modelle jetzt auch in knalligem Pink. Selbstverständlich ist auch das Zubehör, Sonnenschutz und Trinkflaschentasche, in der neuen Farbe bundesweit bei allen Croozer Händlern erhältlich.

Und so hatte ich mich kurze Hand beworben, und auch einen "Zuschlag" bekommen ;-) Wir freuten uns sehr, an einem Samstag mit Julius, damals ein halbes Jahr alt, nach Köln zu fahren und unseren Croozer in der Sonderedition in Pink abzuholen. Wir durften ihn ausgiebig vor dem Lauf testen, und am Veranstaltungstag war es wirklich ein Spaß, die anderen Mamis kennen zu lernen. Wir ordneten uns am Schluss des Läuferfeldes im Startblock ein, überholten aber während des Laufes die eine oder andere Dame. Auf jeden Fall hatten wir ordentlich Spaß! Julius hat übrigens den Lauf in seiner Babyhängematte total verschlafen! Selbst die Samba-Bands haben ihn nicht wach bekommen. Das war ein toller Tag, und das Team von Croozer hat sich bestens um uns gekümmert.


Ich habe nicht mehr so viele Bilder von der Veranstaltung, aber der großartige Norbert Wilhelmi hat mir diese hier noch zur Verfügung gestellt: 
 (c) Norbert Wilhelmi

 (c) Norbert Wilhelmi

Den Croozer nutzen wir auch heute gerne noch. Und bald ist auch wieder women´s run in Köln :-)


Mia wurde im Juli 2007 geboren. Der nach 2 Tagen geäußerte Verdacht eines Chromosomendefektes bestätigte sich nach einer Woche: Mia hat das 21. Chromosom dreimal, Trisomie 21, bekannt als Down-Syndrom. Mit diesem Blog wollten wir alle Interessierten ursprünglich einladen, an Mias Entwicklung und wie sie die Welt entdeckte, teilzunehmen.

Mia verstarb am 24.04.2008 um 22.35h -nach 7-wöchigem Krankenhaus-aufenthalt- an den Folgen einer pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck), wahrscheinlich verursacht durch ihren angeborenen Herzfehler, ein großer ASD II. Sie wurde nur 9,5 Monate alt. Mia`s letzte Reise kann man hier direkt nachlesen.

Auch wenn Mia nicht mehr hier ist, ist sie immer in unseren Herzen. Dieses blog bleibt solange bestehen, wie wir meinen, dass es informieren und helfen kann. Viel zu viele Menschen haben ein völlig falsches oder gar kein Bild von Menschen mit Down Syndrom. Das wollen wir ändern, so wie Mia es uns gelehrt hat.

Lilypie Warten auf Adoption Ticker